Wehrpflicht

Schafft die GSoA sich selber ab?

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) hat enttäuscht auf den Ausgang ihrer Wehrpflicht-Initiative reagiert. Überrascht sei er nicht, sagte GSoA-Sprecher Nikolai Prawdzic.

Das Resultat sei leider absehbar gewesen. "Es gehört anscheinend zum Selbstverständnis der Schweiz, dass die Wehrpflicht bestehen bleibt", sagte er. "Wir konnten die Leute nicht vom Gegenteil bewegen."

An Argumenten habe es nicht gefehlt, sagte Prawdzic zudem dem Schweizer Fernsehen SRF. "Die Gefühle waren aber stärker als die Fakten."

Ein Problem sei gewesen, dass auch linke Kräfte nicht vom Anliegen überzeugt werden konnten. Einige fanden die Vorlage die falsche: Nicht die Aufhebung der Wehrpflicht müsste diskutiert werden, sondern die Abschaffung der Armee, sagten diese.

"Viele haben Angst vor dem Wegfall der demokratischen Kontrolle über die Armee", sagte Prawdzic weiter. Diese müsse im Hinblick auf künftige Anliegen berücksichtigt werden.

Tief im Volk verankert

"Die Milizarmee ist tief im Volk verankert", sagte CVP-Nationalrat Jakob Büchler, der das Nein-Komitee präsidiert, gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF.

Die Aufklärungsarbeit der Gegner habe Wirkung gezeigt. Das Volk habe Vertrauen in die Armee.

Die Abstimmung zeige, dass das Volk hinter dem aktuellen Wehrmodell stehe. Die Sicherheit sei ein hohes Gut. Dem Nein-Komitee sei es gelungen, aufzuzeigen, dass ein Ja zur Initiative einen Dominoeffekt bis hin zu Abschaffung der Armee ausgelöst hätte.

Gewinner der Wehrpflicht-Initiative auch auf linker Seite

Gewinner der Wehrpflicht-Initiative gibt es auch auf linker Seite

Niederlage für die Jugend

Die Jungen Grünen und die JUSO haben sich nach dem deutlichen Nein auch selbstkritisch gezeigt. "Wir haben es nicht geschafft, die Jungen an die Urne zu bringen", sagte Lena Frank, Co-Präsidentin Junge Grüne

"Es ist ein Niederlage für die Jugend", erklärte Frank gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. Leider hätten die Initianten zu wenig aufgezeigt, wie wichtig das Anliegen für die jüngere Generation sei.

"Wir dürfen nun aber den Kopf nicht in den Sand stecken." Man dürfe nicht aufhören, für solche Anliegen zu kämpfen, sagte Frank. "Als Nächstes müssen wir schauen, dass der Zivildienst für alle offen ist."

Barbara Gysi, Vizepräsidentin SP

Zivildienst als Gewinner

JUSO-Präsident David Roth sah den Zivildienst sogar als Gewinner des Abstimmungsergebnisses: "Wir erwarten, dass man den Zivildienst einfach zugänglich macht und die Leute auch nicht mehr diskriminiert werden", sagte er gegenüber SRF. Es dürfe nicht mehr sein, dass "Zivis" mit einer längeren Dienstpflicht bestraft würden.

Ob es dazu eine Initiative geben wird, konnte Roth noch nicht sagen. Es sei zu früh, jetzt schon über ein nächstes Projekt zu sprechen. (sda/nch)

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