Büren

Schaffer hinter den Kulissen

Immerselig: 2009 Markus Schär bedankt sich für die Auszeichnung. Sl

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Immerselig: 2009 Markus Schär bedankt sich für die Auszeichnung. Sl

Die stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger meldeten sich mit einer einzigen Ausnahme nicht zu den traktandierten Geschäften. Der «Immerselig 2009», die Ehrenauszeichnung der Gemeinde, ging an Markus Schär.

Jürg Amsler

Elisabeth Voegeli hatte an ihrer letzten Gemeindeversammlung als Versammlungsleiterin leichtes Spiel. Einzig zum Finanzplan 2010 bis 2014 meldete sich ein Stimmberechtigter zu Wort und verlangte eine Rückweisung des Geschäfts an den Gemeinderat. Er fand bei den übrigen 80 Stimmberechtigten kaum Gehör. Mit deutlichem Mehr wurde die von Finanzvorsteher Pius Leimer präsentierten «ganz klar tiefroten Zahlen» im Finanzplan akzeptiert. Dies wohl deshalb, weil Leimer mit offen Karten spielte und bei seinen Erläuterungen handfeste Gründe für die schlechten Finanzaussichten nennen konnte. Gestochen hat sicher auch seine Zusicherung, dass der Gemeinderat in neuer Zusammensetzung über die Bücher gehen müsse und die Gemeindeversammlung bei grösseren Investitionen immer noch das letzte Wort haben werde.

«Zwei Punkte lassen mich die Sache nicht so schwarz sehen, wies die roten Zahlen vermuten lassen», erklärte Pius Leimer der Versammlung bei der Präsentation des Voranschlages 2010. «Dieser prognostiziert zwar ein Defizit von knapp 750 000 Franken. Doch ich weiss schon heute, dass die Rechnung 2009 einen Ertragsüberschuss und kein Defizit ausweisen wird. Beruhigend ist zudem, dass die Steuereinnahmen zu 90 Prozent von natürlichen Personen stammen. Dies garantiert für eine gewisse Konstanz.» Weil die Steueranlagen und Gebühren im nächsten Jahr unverändert bleiben und Leimer mit seinen Argumenten überzeugen konnte, stimmte die Versammlung dem Budget 2010 stillschweigend zu.

Ebenfalls keine Probleme, ihre Geschäfte durchzubringen, hatten Gemeinderätin Madeleine Krebs (Verkehr und Polizei) und Gemeindepräsident Hermann Käser. Zur Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wird in Büren an den Wochenenden ein Sicherheitsdienst patrouillieren. Ein jährlich wiederkehrender Verpflichtungskredit von 45 000 Franken wurde diskussionslos bewilligt. Stillschweigend einverstanden waren die Versammelten auch damit, den Stellen-etat der Gemeindeverwaltung auf insgesamt 2700 Stellenprozente zu erhöhen.

Wer ist es, wer?

Seit 30 Jahren sei er in und für Büren tätig. Er sei ein stiller Schaffer hinter den Kulissen. Pointiert und mit spitzer Zunge trete er zuweilen auf. Er habe tatkräftig mitgeholfen, das Büren Nöijohr zu reaktivieren und sei heute noch aktiv dabei. Als Stephan Oberli fragte, wer den «Immerselig 2009» (die Ehrenauszeichnung der Gemeinde Büren) erhalte, war längstens allen klar: Markus Schär. Ganz in Schärscher Manier hielt Oberli die Laudatio in Versform. Der Geehrte bedankte sich für die Anerkennung: «Auch wenn ich öfters mit meinen Äusserungen angeeckt bin, darf ich heute feststellen, dass meine Arbeit fürs Stedtli wahrgenommen und scheinbar geschätzt wird.»

Nicht nur für Markus Schär gabs von der Versammlung einen grossen Applaus. Einen solchen verdiente sich der scheidende Gemeindepräsident Hermann Käser. Er muss nach 13 Jahren im Gemeinderat, wovon acht Jahre als dessen Präsident, wegen Amtszeitbeschränkung zurücktreten. Käser sagte in seiner Abschiedsrede: «Gerade der heutige Abend zeigt, dass die Behörde von Büren ihre Sache so schlecht nicht macht und das Vertrauen der Bevölkerung geniesst. Das ist ein Zeichen dafür, dass im Gemeinderat ein gutes, kollegiales Verhältnis geherrscht hat. Ich wünsche mir, dass dies so bleibt.»

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