Fraunezentrale
Schadenersatzklage droht

Die Frauenzentrale legte am Mittwoch ihre Sicht der Lage an einer Informationsveranstaltung dar. Die Kommentare der Gemeindevertreter waren kritisch bis wohlwollend.

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Sabine Kuster

Rund 30 Gemeindevertreter drängten sich gestern Abend in einem überhitzten Zimmer der Berufsschule Lenzburg, um die Affäre der Alimenten-Inkassostelle (AIK) Aargau aus der Sicht der Frauenzentrale zu hören. Die Präsidentin der Frauenzentrale, Susi Rupp, schilderte den Ablauf der Ereignisse der letzten beiden Wochen aus ihrer Perspektive. Zu den neusten Ereignissen sagte sie: «Wir haben festgestellt, dass an den Daten im Computer herumgespielt wurde.» Ausserdem sei nur ein Teil der Akten zurückgegeben worden, wie sie gestern festgestellt hätten.

Die Leitung der Frauenzentrale bezeichnete das Vorgehen des neuen Vereins als «nicht adäquat.» Und ihr Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Markus Fiechter, sagte: «Wir werden Schadenersatz fordern für die Verluste, welche durch den Arbeitsunterbruch entstanden.» Doris Fischer-Taeschler, Präsidentin der neu eingesetzten Betriebskommission, beteuerte: «Wir setzen alles daran, die Verzögerung aufzuarbeiten. Wir haben gute Leute und werden neue Mitarbeiter finden.»

«Wir wurden überfahren»

Jene Mitarbeiterinnen, welche zur Frauenzentrale zurückgingen, nahmen ebenfalls Stellung. «Wir wurden überfahren vom Entscheid, dass die AIK in einem neuen Verein selbstständig werden soll - ich wusste nicht, was ich mit der Kündigung unterschrieb», sagte Agnes Burren. Markus Leimbacher, Gründungsmitglied des neuen Vereins, betonte auf Anfrage der MZ, die übrigen sieben Mitarbeiterinnen seien nach wie vor fest beim neuen Verein und würden auf keinen Fall zur Frauenzentrale zurückwollen.

Die Kommentare der Gemeindevertreter waren unterschiedlich. Heinz Alber, Gemeindeammann in Auenstein, sagte, seine Gemeinde werde die Alimenten-Dossiers vermutlich bei der Frauenzentrale lassen. «Mir ist es im Prinzip egal, unter welchem Dach die Arbeit gemacht wird. Das Wichtigste ist, es geht so schnell wie möglich weiter.» Annelis Berner, Gemeinderätin in Villigen, fand den Abend «sehr informativ». «Ich glaube, was erzählt wurde.» Ganz anderer Meinung waren die Gemeindevertreter von Birr. Gemeinderat Daniel Hablützel fand die Veranstaltung «sehr einseitig». Dass die Mitarbeiter fristlos gekündigt hätten, sei bestimmt nicht grundlos geschehen. Auch dass die Frauenzentrale gestern in keinem Punkt Fehler in ihrem eigenen Vorgehen eingestand, störte ihn. Und Gemeindeschreiber Martin Maumary fügte an: «Wir waren mit der Arbeit der Mitarbeiter immer zufrieden und sehen nicht ein, warum wir diese heiklen Dossiers in fremde Hände geben sollen.»

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