Wie SBB-Konzernleitungsmitglied Kathrin Amacker vor den Medien in Zürich erklärte, prüft die SBB den Einsatz von hochauflösenden Kameras. Diese würden an den Lokomotiven installiert, so dass Bewegungen in Gleisnähe frühzeitig erkannt werden könnten. "Früher, als der Lokführer diese bemerken würde."

Die Kamera würde dann ein Signal auslösen, dass sofort gebremst werden müsste. Nützlich wären solche Kameraaufnahmen auch für die Bewältigung eines erfolgten Schienensuizides, etwa für die Polizei, welche damit den Hergang klären könnte. "Ausgereift ist dieses Projekt aber noch nicht", betonte Amacker.

Ein anderes Projekt mit technischer Hilfe wurde inzwischen begraben: Im vergangenen Jahr prüfte die SBB den Einsatz von Bewegungsmeldern. Diese wären an neuralgischen Stellen installiert worden und hätten Suizidgefährdete mit hellem Scheinwerferlicht von ihren Plänen abbringen sollen. Man entwickle lieber mobile Massnahmen wie die Lok-Kameras, begründete Amacker den Verzicht auf dieses Projekt.

Neuralgische Stellen absperren

Wie seit einigen Jahren setzt die SBB weiterhin auf die Installation von Tafeln der Dargebotenen Hand (Tel 143) und auf das Absperren von neuralgischen Stellen. Sehr wichtig sei auch die Schulung der Mitarbeitenden. Bis Ende dieses Jahres sind 10'000 SBB-Angestellte darin geschult, gefährdete Personen zu erkennen und anzusprechen.

Wichtig sei auch, Nachahmungstaten zu verhindern, sagte Amacker weiter. Die SBB habe deshalb ihre Kundeninformation geändert. Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember werden "Personenunfälle" nur noch im betroffenen Zug oder am betroffenen Bahnhof gemeldet. "Wir haben gemerkt, dass nur schon die breite Information über einen Personenunfall Nachahmungstaten fördern könnte."