Drei Jahre lang griffen zwei SBB-Mitarbeiter zu. 28 Tonnen Kupfer klauten die beiden Elektromonteure von ihrem Arbeitgeber und verkauften es für insgesamt 180'000 Franken weiter. Letzte Woche wurden sie verurteilt, die SBB schmissen die beiden raus. Nun wollen die Bundesbahnen aufrüsten, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

Mit modernster Technik sollen Diebstähle in Zukunft verhindert werden. Dazu gehören auch Drohnen. Deren Einsatz prüfen die SBB, wie deren Chef Andreas Meyer bestätigt. «Ich habe darum gebeten, dass wir auch diese Option anschauen», sagt er. Die SBB arbeiteten bereits heute mit modernster Technologie und setzten etwa Nachtsichtgeräte ein. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft situativ Nachtsichtkameras oder Drohnen einsetzen», sagt Meyer. Etwa 25 Fälle von Kupferdiebstählen gibt es bei den SBB im Jahr, 2013 waren es sogar 50 gewesen.

Auf den Geschmack gekommen sind auch Elektrizitätswerke. Sie wollen Drohnen einsetzen, um Leitungen zu inspizieren und Schäden zu erkennen. Diese Aufgabe wird heute auf Sicht vom Boden aus oder mit Helikoptern erfüllt. In Zukunft könnten die Flug-Roboter diese Inspektionen übernehmen. Letztes Jahr testete die Hochschule Luzern (HSLU) zusammen mit dem Zentralschweizer Versorger CKW, der Firma Aeroscout und den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich (EWZ) das Potenzial von Drohnen. An einer Hochspannungsleitung der EWZ auf der Lenzerheide wurde etwa eine sogenannte Zustandsermittlung durchgeführt. Die ersten Resultate seien positiv, sagt EWZ-Sprecherin Marie Avet.

Nun werden weitere Versuche geplant. Einen Schritt weiter ist der Berner Energieversorger BKW: «Derzeit prüft die BKW den Einsatz von Drohnen zur Leitungsinspektion und evaluiert momentan verschiedene Anbieter und innovative Lösungen», sagt Mediensprecher Gilles Seuret zur „Schweiz am Sonntag“. «Wir versprechen uns davon mehr Effizienz und bessere Analysen über den Netz-Zustand.» Auch die Axpo prüfe derzeit den Einsatz von Drohnen, sagt Sprecher Antonio Sommavilla.