Schweiz

SBB überprüft nach tragischem Unfall Wagen und Türen und findet 572 Mängel

Nach einem tödlichen Unfall muss die SBB gewährleisten, dass die Zugtüren richtig funktionieren.

Nach einem tödlichen Unfall muss die SBB gewährleisten, dass die Zugtüren richtig funktionieren.

Nach dem tödlichen Unfall von Baden untersuchte die SBB die Ereignisse. Die umfassende Zustandskontrolle ist nun abgeschlossen.

«Nach dem tragischen Unfall eines Chefs Kundenbegleitung von Anfang August hat die SBB eine Taskforce eingesetzt und Sofortmassnahmen beschlossen. Dazu gehört die Sonderkontrolle der Türen aller Einheitswagen IV. Zusätzlich zur normalen Kontrolle, die alle sieben bis zehn Tage erfolgt, wurden zwischen dem 12. und 28. August alle Türen detailliert geprüft», schreibt die SBB in einer Medienmitteilung.

Das Resulat: Bei 458 kontrollierten Wagen und 1832 Türen wurden insgesamt 572 Mängel entdeckt. Die restlichen der insgesamt 493 Wagen umfassenden Flotte befinden sich derzeit in der Revision und werden vor der Inbetriebsetzung kontrolliert.

Die SBB zeigen Medienleuten den Ablauf bei der Türschliessung:

Der grosse Teil der Beanstandungen wirke sich nicht auf die Funktion der Türen aus und sei nicht sicherheitsrelevant, heisst es. «Beispielsweise mussten Einstellungen an den Türen nachjustiert werden. 69 Mal wurde beim Einklemmschutz ein Mangel in der Funktionsweise erkannt, wovon 7 nicht funktioniert haben.» Sämtliche sicherheitsrelevanten Mängel seien umgehend behoben worden, oder die Türen wurden gesperrt. «Somit ist sichergestellt, dass keine Türen mit einem Mangel am Einklemmschutz eingesetzt werden.»

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An der Sicherheitseinschätzung der SBB hat sich nach Abschluss der Sonderkontrolle nichts geändert. «Die EW-IV-Wagen können weiter sicher betrieben werden. Sollte sich die heutige Einschätzung aufgrund neuer Erkenntnisse verändern, wird die SBB geeignete Massnahmen ergreifen, unabhängig von den Auswirkungen auf den Betrieb.» (kob)

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