Die SBB stehen wegen des schlechten Empfangs auf dem Schweizer Bahnnetz unter Druck.

CEO Andreas Meyer verspricht deshalb im Interview mit der «Nordwestschweiz»: «Wir geben Vollgas.» Bis Ende 2014 sollen alle Fernverkehrszüge mit Signalverstärkern ausgerüstet sein.

Das nützt: In den bereits umgerüsteten Zügen ist der Empfang deutlich besser. Mit den Signalverstärkern ist es jedoch nicht getan.

Um einen Schritt weiterzukommen, muss das Antennennetz entlang der Schienen dichter werden. Dabei sind die SBB auf die Unterstützung von Swisscom, Sunrise und Orange angewiesen.

Zwar betont Meyer, dass man «zusammen mit den Mobilfunkanbietern» vorwärtsmachen wolle. Gleichzeitig lassen die SBB aber eine Analyse darüber machen, welcher Provider wo welche Löcher hat. «Diese Analyse werden wir dann ins Internet stellen», so Meyer.

Keine zusätzlichen Einnahmen

Für Ralf Beyeler, Telekomexperte bei Comparis, ist klar: «Die SBB wollen die Mobilfunkanbieter mit der Veröffentlichung dieser Analyse dazu bringen, den Netzausbau voranzutreiben.»

Es ist ein offenes Geheimnis: Swisscom, Sunrise und Orange reissen sich kein Bein aus, um das Netz weiter auszubauen. Der Grund: Weil immer mehr Kunden ein Flatrate-Abo haben, bringen zusätzliche Investitionen ins Netz kaum zusätzliche Einnahmen.

Beyeler findet es trotzdem frech, dass die SBB Druck machen auf die Mobilfunkanbieter: «Die SBB haben den Mobilfunktrend lange verschlafen und könnten auch heute noch mehr machen, um den Empfang im Zug zu verbessern.»

Telefonieren und Surfen ist nur ein Ärgernis, das viele Pendler Tag für Tag beschäftigt.

Das ganze Interview lesen Sie in der «Nordwestschweiz» von Montag.