Der Bundesrat hatte im vergangenen August per Verordnung beschlossen, dass die Transportpolizisten eine Waffe tragen dürfen. Zuvor hatte sich das Parlament in dieser Frage nicht einigen können und delegierte den Entscheid an den Bundesrat.

In den vergangenen Jahren sei eine vermehrte Gewaltbereitschaft bei einzelnen Passagieren gegenüber den Kundinnen und Kunden wie auch gegenüber dem Zugpersonal festgestellt worden, teilte die SBB mit. Die Transportpolizei werde die Schusswaffe aber verdeckt tragen und nur bei Notwehr und Notwehrhilfe einsetzen.

Durch die Bewaffnung werde die Zusammenarbeit mit anderen Polizeikorps erleichtert. Der ehemalige Sicherheitsdienst der SBB sei in den vergangenen Jahren schrittweise zu einer vollwertigen, auf den öffentlichen Verkehr spezialisierten Polizei entwickelt worden. Die Transportpolizisten verfügten über einen eidgenössischen Fachausweis.

BLS sagt Nein

Die Transportpolizei ist dem öffentlichen Recht unterstellt. Damit bleibe die kantonale Polizeihoheit gewahrt, heisst es weiter. Das Grenzwachtkorps, die Militärische Sicherheit und die Kantonspolizei patrouillieren bereits heute bewaffnet in den Zügen der SBB.

Anders hatte die BLS reagiert: Das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz sprach sich im August gegen den Einsatz von Schusswaffen in seinen Zügen aus. Das Sicherheitspersonal der BLS sei ausreichend ausgebildet und verfüge über alternative Einsatzmittel, sagte BLS-Sprecher Michael Blum damals.