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SBB-Plan: Wer in modernen Zügen reist, zahlt höheren Billett-Preis

SBB-Chef Andreas Meyer fordert höhere Billettpreise in besser ausgestatteten Zügen. «Zu prüfen ist, inwieweit bei der Preisgestaltung der Qualität des Angebots Rechnung getragen werden kann», sagt Meyer.

Im Verband öffentlicher Verkehr seien nach Qualität abgestufte Tarife ein Thema, bestätigt Direktor Peter Vollmer gegenüber der Zeitung «Sonntag». «Andreas Meyer formuliert etwas, das in der Luft ist. In der Projektskizze für das neue Tarifsystem ist das ein Element.» Der Verband ist für die Festlegung der Billettpreise zuständig und arbeitet zurzeit an einem neuen Tarifsystem. Es soll ab Ende 2012 schrittweise eingeführt werden.

Mehrere Varianten sind im Verband in Diskussion. Beispielsweise könnte für Züge, die mit Computerarbeitsplätzen und garantiertem WLAN-Anschluss ausgestattet wird, ein Zuschlag erhoben werden. «Kann das Reisen im hochmodernen, klimatisierten Zug allenfalls etwas teurer sein?», sagt SBB-Chef Andreas Meyer. «Auch in diese Richtung müssen wir uns Gedanken machen.»

Vollmer bevorzugt aber die Variante, bei der einzelne Strecken, die einen gewissen garantierten Standard haben, teurer werden. «Beispielsweise könnte man im Gotthard-Basistunnel etwas mehr zahlen, wenn man zu Spitzenzeiten ein sehr gutes Fahrplanangebot und super Rollmaterial hat, als wenn man in einer Randzeit einen Interregio-Zug mit älterem Rollmaterial benützt.»

Möglich ist auch, dass Erstklasspassagiere bald tiefer in die Tasche greifen müssen. «Es ist denkbar, dass man die 1. Klasse noch ein wenig verteuert», sagt Vollmer. Ein System wie in Deutschland und Frankreich sei nicht das Ziel, beteuert Peter Vollmer. «Es darf sicher nicht dazu führen, dass die Passagiere eingeschränkt werden. Man soll auch künftig überall und jederzeit einsteigen können.»

Um diese Vorgabe zu erfüllen, arbeiten die Bahnen an einem elektronischen Abrechnungssystem, das die Passagiere erfasst, wenn sie ein- und aussteigen. Denkbar sei beispielsweise die Abrechnung übers Handy.

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