Heute kostet ein Retourbillett von Zürich nach Bern mit dem Halbtax-Abo 46 Franken in der 2. Klasse. Wer 1. Klasse fährt, zahlt 76 Franken, also 65 Prozent mehr. In Zukunft soll die Differenz grösser sein, wie die Zeitung "Sonntag" berichtet. Offenbar vor allem beim General-Abonnement. SBB-Chef Andreas Meyer sagt zum "Sonntag": «Viele 1.-Klasse-Kunden geben die Rückmeldung, dass sie bereit wären, auch deutlich mehr zu bezahlen - gerade wenn sie das GA häufig nutzen, also so genannte Heavy User sind. Heute kommt man schon fast «verrückt günstig» zu diesen Mobilitätsleistungen. Daher ist vorstellbar, dass der Preisunterschied 1./2. Klasse irgendwann zunimmt. Wenn wir aufschlagen, müssen wir aber auch mehr bieten. Allerdings wollen wir keine "Super-1.-Klasse" einführen.»

SBB-Chef Andreas Meyer setzt Geheim-Agenten gegen Kundensorgen ein

Das Wohlbefinden der Bahnreisenden ist innerhalb von drei Jahren deutlich gesunken - von 74,1 auf aktuell 71,8 Punkte. Jetzt will SBB-Chef Andreas Meyer genau wissen, was die Gründe sind. Er setzte gemäss der Zeitung "Sonntag" nun so genannte «Mystery Clients» ein: «Das sind SBB-Angestellte, die undercover als Kunden unterwegs sind und die Qualität der Leistungen messen», sagt Meyer zum "Sonntag". Im Ausland werde diese Methode bereits angewendet, etwa in London. Und bei der Deutschen Bahn habe er diese "Mystery Clients" ebenfalls eingeführt.

Weiter sagt Meyer zur Zeitung, er wolle das Problem der vielen defekten WCs in den Zügen anpacken. Meyer: «Es gibt eine Taskforce «Toiletten», weil dieses Problem für die Kunden sehr unangenehm und dringend zu lösen ist. Vor allem, wenn gleich mehrere Toiletten in einem Zug defekt sind, wegen Vandalenakten oder technischen Gründen. Ich habe dieses Problem persönlich angeschaut: Das ist hochkomplex. Wir arbeiten daran, die WC-Systeme weniger anfällig zu machen.» Zudem will Meyer dem Kundenwunsch nach besserem Handyempfang entsprechen: «Da wird Abhilfe geschaffen. Entlang der Strecken werden mehr Antennen aufgestellt. Zudem rüsten wir die Züge Schritt für Schritt mit Antennen-Verstärkern aus.»