Fernverkehr

SBB-Monopol fällt: ein Entscheid, der niemandem hilft

Die SBB betreibt das Fernverkehrsnetz nicht mehr allein. (Archivbild)

Die SBB betreibt das Fernverkehrsnetz nicht mehr allein. (Archivbild)

Das Bundesamt für Verkehr und Direktor Peter Füglistaler haben entschieden: Die BLS darf künftig auch Fernverkehrstrecken fahren. Jedoch nur auf zwei Linien, und nicht, wie die BLS wollte, auf fünf Linien. Es ist ein Entscheid, der niemandem so richtig hilft. Auch nicht den Kunden.

Die beiden Linien, welche für die SBB wegfallen, sind kein grosser Verlust. Die hochrentablen Strecken bleiben in SBB-Hand. Für die BLS sind die zwei Strecken nun eine Chance zu beweisen, dass sie auch im Fernverkehr mithalten kann. Beide Bahnen sind nicht wirklich zufrieden mit dem Entscheid. Es ist ein gutschweizerischer Kompromiss. 

Profitiert am Ende wenigstens der Kunde? Füglistaler nennt den Ideenwettbewerb beim Konzessionsverfahren einen Gewinn. Was dabei herausschaute, ist vorderhand ein verbessertes Gastrokonzept und Zugbegleiter im Fernverkehr. Doch im Pendlerland Schweiz fährt ein Grossteil der Kunden Zug, um von A nach B zu kommen. Auch im sogenannten Fernverkehr. Die öV-Kunden werden dabei von Snackbars und dergleichen nicht profitieren. 

Die Kunden profitieren erst, wenn das Angebot ausgebaut wird, die Billette günstiger werden und gleichzeitig der Steuerzahler entlastet wird. Zumindest das letztgenannte stellt das Bundesamt durch den Entscheid in Aussicht. Aber die Billettpreise werden durch das Antasten des Monopols nicht sinken. Nur wirklicher Wettbewerb kann da Abhilfe schaffen.

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