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SBB machen Baden jetzt ganz leise

Revolutionäre Sanierungsmassnahmen im Test an den stählernen Limmatbrücke zwischen Wettingen und Baden: Für 2,4 Millionen machen die SBB die Brücke ganz leise. Nach Abschluss im Herbst 2010 sollte sie weniger Lärm verursachen.

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Stadt Baden wird «lärmsaniert»

Stadt Baden wird «lärmsaniert»

Lukas Bertschi

Die SBB bauen zurzeit elastische Schienenlagerungen an zwei der drei Eisenbahnbrücken über der Limmat ein. Die dritte Brücke Richtung Bahnhof Oberstadt wird vernachlässigt, da auf dieser täglich nur wenige Züge verkehren. Diese neuen Schienenlagerungen sind eine Entwicklung der SBB in Zusammenarbeit mit der Firma Delkor. Dank ihnen werden die Fahrkräfte der Züge reduziert und somit die Schwingungen der Brückenträger minimiert. Zusätzlich werden Schwingungsabsorber eingebaut, welche einen grossen Teil der verbleibenden Schwingungen auffangen.

Weniger Lärmemissionen

«Früher war der Brückenlärm lauter als das Fahrgeräusch, künftig soll dieser leiser sein», sagt Peter Balmer, verantwortlicher Projektleiter der SBB. Konkret soll der Zuglärm um sechs bis sieben Dezibel abnehmen. Er wäre dann nur noch ein bis zwei Dezibel höher als normale Zugemissionen. «Für mich ist das System revolutionär, es ist einfach und hat keinen Einfluss auf das Stadtbild», so Balmer.

In drei Schichten mit rund 17 Arbeitern werden die Sanierungsarbeiten in einem hohen Tempo vorangetrieben. Innerhalb von nur 55 Stunden werden jeweils an der einspurigen Brücke die Schienen und Schwellen komplett ersetzt. Die Bauarbeiten haben laut den SBB keine Auswirkungen auf die Zugverbindungen.

Verhältnismässig günstig

Auf den 138 Meter langen unteren Limmatbrücken verkehren täglich rund 420 Züge, die hohe Lärmemissionen für rund 250 Anwohner verursachen. Diese dürfen sich freuen: Der Zuglärm soll sie nur noch halb so stark belasten. 2008 und 2009 setzten die SBB im Rahmen des nationalen Lärmschutzprogramms des Bundesamtes für Verkehr (BAV) in diesem Gebiet schon entsprechende Massnahmen um. Mit der Lärmsanierung der Stahlbrücken wurde gewartet, da der Aufwand unverhältnismässig gross ist.

Die Kosten der aktuellen Sanierungen von 2,4 Millionen Franken sind im Vergleich zu anderen Massnahmen gering. Lärmschutzwände hätten zum Beispiel zwischen 6 und 10 Millionen Franken gekostet; der Neubau einer Betonbrücke sogar zwischen 25 und 30 Millionen Franken. Die beiden sanierten Brücken werden nun der Härtetest für die erstmals gemeinsam eingesetzten Sanierungsmassnahmen. Wenn sich diese wie im Pilotprojekt in Emmenbrücke als Erfolg herausstellen, könnten sie bald in der ganzen Schweiz eingesetzt werden.

Erfolg wird untersucht

Durch verschiedene Messungen vor und nach dem Einbau werden die SBB dem BAV über die Wirkungen der elastischen Schienenlagerungen und Schwingungsabsorbern einzeln sowie gesamthaft Rechenschaft ablegen. Der Erfolg der Massnahmen wird mit vier akustischen Kontrollmessstationen überprüft. Das BAV wird dann endgültig über das weitere Vorgehen entscheiden.

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