SBB-Chef Andreas Meyer sorgt zur Zeit für grosses Kopfschütteln. Nach elf Jahren nahm sich der CEO eine Auszeit und verreiste für zwei Monate. Auf Twitter protze er, wie wichtig diese Auszeit für ihn gewesen sei. Konkret: Man solle «ab und zu richtig Abschalten auf allen Ebenen weiter fördern», wie der Blick schreibt.

Meyer machte Gebrauch von bezahlten Ferien. Diesen Anspruch haben Kadermitarbieter nach zehn Dienstjahren. Reguläre Angestellte können nach 25 Jahren zwischen einem zusätzlichen Monatslohn oder einem Monat Ferien auswählen.

Künftig soll damit aber ganz Schluss sein. Manuel Avallone, Vizepräsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV), führt mit der SBB seit längerem zähe Verhandlungen über die Ausarbeitung eines neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV). Künftig sollen Mitarbeiter keine zusätzlichen Ferien mehr erhalten, zitiert Blick Avallone. Treueprämien sollen nur noch in Form von Geld ausbezahlt werden. 

«Völlig unglaubwürdig»

SBB-Sprecher Stephan Wehre sieht in der Aussage von Andreas Meyer keinen Widerspruch: «Unabhängig von den laufenden GAV-Verhandlungen haben die SBB flexible Arbeitszeit­modelle, mit welchen Zeitguthaben angespart werden können.» Die Überzeit könne in Form von Ferientagen kompensiert werden. 

Die Gewerkschaft stört sich an dieser Aussage. «Meyer predigt, wie wichtig abschalten sei, und will den Angestellten gleichzeitig Ferien streichen. Damit macht er sich völlig unglaubwürdig.» (vom)