Neat
SBB bricht ihr Neat-Versprechen zu Fahrzeit

Rasch in Mailand einen Espresso trinken und am gleichen Tag zurückfahren. Darauf hofften die Stimmbürger, als sie 1992 Ja zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) sagten.

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Neat-Strecke bei Gotthard Südportal (Archiv)

Neat-Strecke bei Gotthard Südportal (Archiv)

Keystone

Doch aus dem Versprechen des Bundesrats, man sei in 2 Stunden in Mailand, wird nichts: Gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» räumen die SBB ein, dass sie eine ganze Stunde langsamer sein werden. «Wir streben für die ersten Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels eine Reisezeit zwischen Zürich und Mailand von rund drei Stunden an», sagt Sprecher Reto Schärli.

Das ist 20 Minuten länger als die zuletzt gültige Vorgabe von 2 Stunden und 40 Minuten. Schuld ist der SBB-Verwaltungsrat. Er hat kürzlich beschlossen, auf Neigezüge für die Gotthard-Neat zu verzichten.

Im Bundesamt für Verkehr ist man wütend. «Eine Änderung der Planungsprämissen kann nur in Absprache mit dem Bund erfolgen», sagt Sprecherin Olivia Ebinger. Der Bund verlangt nun von den SBB, bis im Frühling eine Auslegeordnung zu machen, wie sie das gesteckte Ziel von 2 Stunden und 40 Minuten für Zürich-Mailand erreichen wollen. «Uns ist wichtig, dass eine Fahrzeit unter drei Stunden erreicht wird», sagt Ebinger. «Mit welchem Rollmaterial oder anderen Massnahmen spielt dabei eine untergeordnete Rolle.»