Frankreich

Sarkozys konservative Regierungspartei verliert Regionalwahlen

Sarkozy und seine Gattin Carla Bruni bei der Stimmabgabe

Sarkozy und seine Gattin Carla Bruni bei der Stimmabgabe

Bei den französischen Regionalwahlen hat das Regierungslager von Präsident Nicolas Sarkozy eine Schlappe erlitten: nur 26 Prozent der Bürger wählten die UMP in der ersten Runde. Die linken Parteien und die Grünen errangen über 50 Prozent der Stimmen. Lachender Vierter ist der rechtsextreme Front National.

Premier François Fillon bemühte sich um Schadensbegrenzung und versuchte die vielen UMP-Wähler, die am Sonntag zu Hause geblieben waren, für die Wahl am kommenden Sonntag zu mobilisieren. Dann werde ein neues Kapitel aufgeschlagen, sagte er.

Die Wahlbeteiligung lag nur bei 46 Prozent - ein Rekordtief. Sechs Jahre zuvor hatten sich noch 63 Prozent der Französinnen und Franzosen an den Regionalwahlen beteiligt. Dies bedeute, dass es noch Stimmreserven gebe, sagte UMP-Chef Xavier Bertrand.

Doch ob vergraulte UMP-Anhänger Sarkozy aus der Patsche helfen werden, ist fraglich. Die geringe Beteiligung wurde allgemein als Ausdruck der Politikverdrossenheit gewertet. Zudem werden Regionalwahlen traditionell dafür genutzt, um das Regierungslager abzustrafen.

Sarkozy verzichtete auf einen Kommentar. Mit diesem Resultat geht sein bürgerlich-rechtes Regierungsbündnis UMP praktisch chancenlos in die zweite Runde.

Vom Formtief der Regierung profitierte vor allem die Sozialistische Partei (PS), die am Sonntag auf 29 Prozent kam. Sie darf hoffen, künftig in fast allen Regionen die Mehrheit zu stellen. Bei den Europawahlen im vergangenen Juni hatte die PS noch ein Fiasko erlebt.

Die Sozialisten sind aber fast überall auf die grünen Listen von Europe Ecologie angewiesen, für die knapp 13 Prozent der Wähler stimmten. Bis Dienstagabend können die Parteien nun Bündnisse für die zweite Runde bilden.

Als beunruhigend wurde landesweit das gute Abschneiden der rechtsextremen Front National (FN) gewertet. Die Listen von Parteiführer Jean-Marie Le Pen holten knapp 12 Prozent der Stimmen. PS-Chefin Martine Aubry machte Sarkozy dafür mitverantwortlich.

Sarkozy wurde auch dafür abgestraft, dass er trotz der hohen Arbeitslosigkeit an seinem Reformkurs festhält und nun auch noch das Rentenalter heraufsetzen will.

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