Medikamentenpreise

Santésuisse findet Massnahmenplan zu Medikamentenpreise ungenügend

Stein des Anstosses: Medikamentenpreise

Stein des Anstosses: Medikamentenpreise

Der Bund hat den Verbänden im Gesundheitswesen mehrere Vorschläge zur Senkung der Medikamentenpreise vorgelegt. Die Massnahmen stossen aber auf Kritik: Aus Sicht der Krankenversicherer verfehlen sie das Sparziel von 400 Millionen Franken für 2010.

Auf diese Einsparungen von 400 Millionen Franken bei den Medikamentenpreisen hatten sich der Krankenkassendachverband santésuisse und die Pharmaindustrie vor zehn Tagen geeinigt. Über die Massnahmen waren sie sich aber damals nicht einig geworden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erarbeitete nun Änderungen in der entsprechenden Verordnung. Der Spareffekt dieser Vorschläge liege unter den vereinbarten 400 Millionen Franken, sagte Felix Schneuwly, Sprecher des Krankenkassendachverbandes santésuisse, zu einer Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Samstag.

Offenbar nehme der Bund Rücksicht auf die Pharmaindustrie, da das BAG sich vor Rekursen der Unternehmen gegen die neue Preise fürchte. "Wir werden auf die vereinbarten Einsparungen von 400 Millionen Franken bestehen", sagte Schneuwly. Es liege an Gesundheitsminister Pascal Couchepin einzulenken, indem er den Vorschlag noch verändere.

Den erwarteten Spareffekt der Massnahmen berechnete Santésuisse selbst. Der Vorschlag des Bundes enthält laut Schneuwly keine Zahlen über den erwarteten Spareffekt. Darüber sei Santésuisse erstaunt gewesen, sagte Schneuwly. Mit der Vorlage würden schliesslich Kosteneinsparungen angestrebt.

Wesentlich über den angestrebten 400 Mio. Fr. liegen die Forderungen anderer Stellen. Rund 800 Mio. Fr. möchte der Preisüberwacher Stefan Meierhans mit einer Senkung der Medikamentenpreise sparen. Eine Parlamentarier-Gruppe um den FDP-Nationalrat Otto Ineichen (LU) strebt 600 Mio. Fr. Einsparungen bei den Medikamenten an.

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