Protestcamp

Sans-Papiers können Protestcamp in Bern bis Freitag fortsetzen

Das Camp sollte ursprünglich nur über das Wochenende toleriert werden

Das Camp sollte ursprünglich nur über das Wochenende toleriert werden

Mehr als 100 Sans-Papiers und Schweizer Sympathisanten dürfen ihr Protestcamp in der Nähe des Bundeshauses fortsetzen: Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause erlaubte ihnen, bis Freitag 10 Uhr auf der Kleinen Schanze zu bleiben.

Die Berner Behörden wollten das Camp ursprünglich nur über das Wochenende tolerieren. Doch die Aktivisten widersetzten sich am Montag der Räumungsaufforderung und einigten sich dann mit Nause auf eine neue Frist für den Abzug.

Das Camp werde nur toleriert, wenn die Aktion weiterhin friedlich verlaufe, die Nachtruhe und die öffentliche Ordnung respektiert und der Abfall beseitigt werde, betonte Nause gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Bislang stelle das Lager für die Stadt zwar "kein Sicherheitsproblem" dar. Allerdings habe es vereinzelt Klagen gegeben, denn schliesslich werde in der Gegend gearbeitet. Deshalb sei es "wichtig und richtig", dass das Camp in absehbarer Zeit geräumt werde.

Von Seiten der Aktivisten war keine Stellungnahme erhältlich. Ein Sprecher der Gruppe hatte am Morgen erklärt, vor einem Abzug müsse die Kernforderung der Gruppe - "Kollektive Regularisierung" aller Papierlosen - erfüllt werden.

Die Kleine Schanze, ein beliebter Park im Herzen der Stadt, war am Samstagnachmittag nach einer Kundgebung gegen Rassismus besetzt worden. Nach Angaben der Organisatoren befanden sich ursprünglich rund 300 Menschen in dem improvisierten Zeltlager.

Bei den Parteien löste das Protestcamp ein gemischtes Echo aus. So begrüsste die Grüne Partei der Schweiz die "friedliche Besetzung". Sie leiste einen Beitrag zur Debatte über Mitmenschen, die in der Schweiz in der Illegalität leben müssten.

Anders sieht es die FDP der Stadt Bern: Sie verurteilte die Aktion als "Zelt- und Brätli-Plausch", dessen Nutzen für die Sans-Papiers unergründlich sei. Die rotgrün dominierte Stadtregierung müsse "durchgreifen" und das Recht durchsetzen - "notfalls mit einer polizeilichen Räumung".

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