«Die Hassprediger wurden in Europa viel zu lange toleriert, sie verbreiten dort auch heute noch ihr Gift – zu oft ohne grosse Konsequenzen», so Samih Sawiris in der «Schweiz am Sonntag».

Der Westen hat sich laut Sawiris verrechnet. «Er tolerierte Aktivitäten von Organisationen wie al-Kaida, Islamischem Staat und Muslimbrüdern, die auf andere, weit entfernte Länder gerichtet sind. Europäische Politiker waren sogar erleichtert, als die islamistischen Kämpfer in den Dschihad nach Syrien und Irak zogen. Die Europäer lebten im Irrglauben, sie würden verschont. Das ist aber nicht der Fall, wie wir jetzt gesehen haben. Wer mit den Löwen spielt, wird irgendwann gebissen.»

Diese Kritik gelte auch der Schweiz, sagt Sawiris. Es sei absurd, Minarette zu verbieten, aber Hassprediger zuzulassen. «Was in den Moscheen zum Teil stattfindet, wurde nicht wirklich diskutiert. Da wird gegen Ungläubige gehetzt, da werden Leute für den Dschihad rekrutiert. Selbst in der Schweiz höre ich von vielen Muslimen, dass dort solche Prediger auftreten.»

Sawiris betont, der Anschlag in Paris habe mit dem echten Islam nichts zu tun. «Der wahre Islam ist viel toleranter als das Christentum. Auch heute leiden wir Christen in Ägypten nicht unter der Intoleranz der Massen, sondern unter der Intoleranz einer Minderheit, die radikal geworden ist. Das Problem liegt nicht im Islam an sich, sondern darin, dass die Fanatiker nicht bereit sind, sich zu öffnen.» (SaS)