Brugg

«Sachorientierte Politik im Vordergrund»

Zuversichtlich: Martin Nüesch (links) und Franz Hollinger. (Louis Probst)

CVP Brugg

Zuversichtlich: Martin Nüesch (links) und Franz Hollinger. (Louis Probst)

Parteien äussern sich zu den Brugger Einwohnerratswahlen. Heute die CVP. Die beachtlichen Sitzgewinne bei den letzten Einwohnerratswahlen wecken bei der CVP die Hoffnung auf einen weiteren Zuwachs.

Louis Probst

«Die CVP hatte zwar einst zehn Sitze im Brugger Einwohnerrat», sagt Franz Hollinger, Präsident der CVP Brugg und CVP-Kantonalpräsident. Die Fraktion schrumpfte dann allerdings auf sechs Sitze zusammen. Bei den letzten Wahlen konnten aber drei Sitze dazugewonnen werden. «Das», stellt Franz Hollinger fest, «war ein phänomenaler Erfolg. Angesichts dieses Zuwachses würde realistischerweise zwar eine Konsolidierung im Vordergrund stehen. Das kann aber natürlich nicht das Ziel sein. Die CVP ist gut aufgestellt, sie hat eine gute Fraktion im Einwohnerrat und sie ist in der Öffentlichkeit präsent. Daher ist die Hoffnung auf einen Sitzgewinn berechtigt.»

Sachorientierte Politik

Aufgrund der Vielfalt in der Zusammensetzung der Fraktion betreibe die CVP auf breiter Ebene eine sachorientierte Politik, erklärt Martin Nüesch, der Chef der CVP-Fraktion im Einwohnerrat Brugg. «Wir sind bestrebt, die Dinge genau anzuschauen und uns einzubringen. Auch dann, wenn die Idee und der Anstoss nicht von uns gekommen sind. Das Mittragen von Anliegen im Einwohnerrat ist uns wichtig.»

Zu den Kernpunkten der politischen Arbeit der CVP gehöre die Regionalpolitik, stellt der Fraktionschef fest. Sehr beschäftigt habe die CVP daher beispielsweise der (letztlich erfolglose, Red.) Einsatz für den Erhalt des Bezirksspitals.

«Wir haben uns aber auch für die Integration der Gemeinde Umiken in die Stadt Brugg starkgemacht», sagt Martin Nüesch. «Und wir haben grundsätzlich auch das Zusammengehen mit Windisch unterstützt.» Vielleicht sei man dabei aber etwas allzu euphorisch gewesen, stellt er fest. Allerdings sei man von der Vorstellung ausgegangen, dass das Zusammengehen mit Windisch die Chancen für die Realisierung des Fachhochschulcampus vereinfachen würde.

«Dieser Druck ist inzwischen gewichen», sagt Franz Hollinger. «Der Campus wird realisiert. Daher wird man jetzt auch viel lockerer an ein Zusammengehen mit Windisch herangehen können.» Grundsätzlich sei es der CVP aber sehr wichtig, bei jeder Zusammenarbeit zu prüfen, ob und wo ein Mehrwert für den Bürger entsteht, betont Martin Nüesch. «Zusammenschlüsse dürfen nicht mit reinen Einsparungen gleichgesetzt werden. Sie machen nur dann Sinn, wenn sie zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung führen.»

«Stabile Finanzen - tiefer Steuerfuss»

Die Schaffung von Mehrwerten steht für die CVP auch beim Einsatz der finanziellen Mittel im Vordergrund. «Wir wollen die stabile finanzielle Situation der Stadt Brugg erhalten», sagt Martin Nüesch zu den finanzpolitischen Zielsetzungen der CVP. «Und zwar mit einem möglichst tiefen Steuerfuss. Ziel darf es aber auch hier nicht sein, einfach Geld zu sparen. Wir wollen die Bereitschaft für Investitionen schaffen. Allerdings hat die Politik oft die Schwierigkeit, dem Stimmbürger zu vermitteln, weshalb denn jetzt Geld in die Hand genommen werden sollte.»

Unweigerlich Investitionen nach sich ziehen dürfte unter anderem auch die Planung jenes neuen städtischen Zentrums, die sich die CVP auf die Fahne - und in ihren Wahlprospekt - geschrieben hat, und die ihr, wie Franz Hollinger betont, «ein grosses Anliegen» ist. Zur Frage nach dem Standort der künftigen zentralisierten Verwaltung innerhalb dieses städtischen Zentrums meint er: «Die CVP sieht die Verwaltung nach wie vor in der Alten Post, obwohl auch andere Standorte zu diskutieren sind.»

Meistgesehen

Artboard 1