Luftkampf
SAC und Air Glacier sauer: Rega fliegt 100 Kilometer Umweg trotz Notfall

Für einen dringenden Patiententransport von Interlaken nach Bern hatte die Rega keinen Helikopter in der Nähe - im Gegensatz zur Konkurrenz Air-Glaciers. Die Rega verhinderte aber den Transport mit Air-Glaciers. Nun hagelt es Kritik.

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Rega soll ihr Helikopter bevorzugen - auch wenn der Berner Grosse Rat etwas anderes beschlossen hat.

Rega soll ihr Helikopter bevorzugen - auch wenn der Berner Grosse Rat etwas anderes beschlossen hat.

Nach dem TCS nehmen nun auch Air Glacier und der Schweizer Alpenclub (SAC) die Rega ins Visier. Die beiden präsentieren einen Fall aus dem Berner Oberland, der die Rega in keinem guten Licht erscheinen lässt.

Danach hat das Spital Interlaken einen Helikopter für den Transport eines Patienten ins Berner Inselspital bestellt. Der Zustand des Patienten war prekär. Die Rega muss im Berner Oberland, bei Notfällen schnellstens einen Heli loszuschicken. So hat es der Berner Grosse Rat entschieden. Sie kann, wenn kein eigener zur Verfügung steht, ein Helikopterteam der Air-Glaciers aufbieten, welche im Oberland Bodenstationen betreibt.

Im vorliegenden Fall hätte die Rega genau das tun müssen, weil kein eigener Heli zu Verfügung stand. Der nächste Rega-Heli war in Lausanne stationiert, die Air-Glacier-Maschine war in Lauterbrunnen startklar. Sie hat dies aber mit Kräften zu vereiteln versucht, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Das habe System, schreiben die der SAC und Air-Glaciers-Basis Lauterbrunnen in einer gemeinsamen Mitteilung. In den neusten internen Weisungen würde Rega-Geschäftsleitung die Weisung herausgeben, dass «die eigenen Maschinen prioritär für Rettungseinsätze vorzuziehen und Partnerorganisationen wie die Air-Glaciers zurückzusetzen», so die beiden in der Mitteilung. Und weiter: «Die Rega kämpft mit allen Mitteln um ihre Vormachtstellung, vielfach auf Kosten der Patienten».

Beim Fall des Patiententransportes von Interlaken nach Bern handelt es sich offenbar nicht um einen Einzelfall. Air Glacier will heute in Lauterbrunnern an einer Medienkonferenz weitere Fälle präsentieren, die zeigen sollen, wie die Rega ihre Monopolstellung zu zementieren versucht. Die Rega wollte gegenüber der Anwürfen keine Stellung nehmen.