Adrian Riedi

«S-Bahn ins Freiamt erneut prüfen»

Adrian Riedi: «Ich bin enttäuscht von Regierungsrat Beyeler.» (fh)

Adrian Riedi

Adrian Riedi: «Ich bin enttäuscht von Regierungsrat Beyeler.» (fh)

Adrian Riedi ist enttäuscht, dass Regierungsrat Peter Beyeler seine Idee, die S3 von Zürich ins Freiamt zu verlängern, nicht aufnimmt. Er meint, der Heitersbergtunnel habe durchaus noch Kapazität für weitere Züge.

Fabian Hägler

Für Adrian Riedi ist klar: «Das Freiamt gehört zur Agglomeration Zürich, darum ist es umso wichtiger, Pendlern und Reisenden einen attraktiven öffentlichen Verkehr anzubieten.» Mit der Einführung einer direkten S-Bahn-Linie (Verlängerung der S3) könnte die Region laut Riedi «von einer stündlichen Direktverbindung Freiamt-Dietikon- Zürich und weiter profitieren». Im Hinblick auf eine Attraktivitätssteigerung des Wohnraums Freiamt wäre dies aus Sicht des Grünen «eine gute und längst überfällige Investition».

Reicht die Kapazität doch?

Bei Regierungsrat Peter Beyeler, dem Aargauer «Verkehrsminister», fand diese Idee jedoch wenig Anklang. Er wies darauf hin, dass die Kapazität des Heitersbergtunnels bereits heute ausgeschöpft sei und keine weiteren Züge erlaube.

In einem offenen Brief wendet sich Riedi nun direkt an den FDP-Regierungsrat. «Über ihre ablehnende Haltung gegenüber einer direkten S-Bahn-Linie bin ich und sicher ein Grossteil des Wohler Einwohnerrats sehr enttäuscht», schreibt Riedi. Dass die S3 aus Kapazitätsgründen auf der Heitersberglinie nicht verlängert werden könne, ist für den Wohler nicht ganz nachvollziehbar. «Elf Fernverkehrszüge à zwei Minuten und maximal sechs Güterzüge à vier Minuten ergibt total 46 Minuten. Die Stunde hat jedoch 60 Minuten. Die Verlängerung sollte also möglich sein», rechnet er vor.

Warum nur zur Spitzenzeit?

Erst in einigen Jahren soll laut Beyeler die neue S-Bahn-Linie 19 die Direktzüge aus dem unteren Aaratal und Freiamt ablösen. Wegen Kapazitätsgründen auf der Heitersberglinie könne aber die S19 aus dem Freiamt nur zu Spitzenzeiten und stündlich verkehren. «Wieso nicht auch zur ‹Nichtspitzenzeit›? Und wieso wird von einer Ablösung gesprochen, wenn dies nur einzelne Züge zu bestimmten Zeiten betrifft?», fragt Riedi.

Im Weiteren werde nach der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Chestenberg die S3 laut Beyelers Schreiben halbstündlich nach Aarau fahren, um die dort dringend notwendigen Verbesserungen zu erbringen.

«Sie bringen mit dieser Aussage zum Ausdruck, dass das Freiamt keine Verbesserungen zu erwarten hat», folgert Riedi. Ebenfalls sei aus dieser Argumentation ersichtlich, «dass Sie kein Interesse haben, dass das Freiamt den Anschluss an einen attraktiveren öffentlichen Verkehr nicht verliert».

S3-Verlängerung neu prüfen

Aus diesen Gründen könne der Wohler Einwohnerrat Beyelers Wunsch nicht erfüllen, «die Ausbaupläne der S19 in dieser Form zu unterstützen». Riedi fordert den Regierungsrat vielmehr auf, «das Begehren der S-BahnVerlängerung nochmals eingehend zu prüfen». Dabei sei nicht nur auf Aarau zu achten, sondern auch «auf das von Ihnen als attraktive Gegend bezeichnete Freiamt», mahnt er Beyeler.

Und Riedi ergänzt: «Die Einführung von Flirt-Rollmaterial per Fahrplanwechsel Dezember 2010 ist für den Komfort längst überfällig.» Gute Anschlüsse in Rotkreuz, Lenzburg und Aarau sollten aus Sicht des Wohler Grünen selbstverständlich sein. «Dies erachte ich nicht als Profit, sondern als wichtig, unverzichtbar und schon längst überfällig», macht Adrian Riedi klar.

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