Aargauer Obergericht
Rupperswil-Prozess: Das sagt die Verteidigerin des Vierfachmörders zum Urteil

Der Berufung des Vierfachmörders gegen die ordentliche Verwahrung wurde nicht entsprochen. Direkt nach der Urteilsverkündung bezieht dessen Verteidigerin Renate Senn Stellung.

Merken
Drucken
Teilen

Das Aargauer Obergericht hat am Donnerstagvormittag in Aarau das Urteil über den Vierfachmörder von Rupperswil gefällt: Thomas N. wird nicht lebenslänglich verwahrt – es bleibt bei einer ordentlichen Verwahrung. Das Gericht hebt zudem die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme auf.

«Ob wir dieses Urteil weiterziehen werden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen», sagte Verteidigerin Renate Senn in einem ersten Statement vor den Medien direkt nach Verhandlungsende. «Wir werden erst das schriftliche Urteil abwarten, dieses analysieren, und dann wird mein Klient entscheiden, ob es einen Weiterzug ans Bundesgericht gibt oder nicht.»

Der Angeklagte selbst ist am Donnerstag nicht vor dem Aargauer Obergericht in Aarau erschienen. Sie habe deshalb auch noch nicht mit ihm über das Urteil sprechen können, so Senn. «Ich gehe davon aus, dass er das Urteil über die Medien erfährt, und das war auch so abgesprochen.» Die verschiedenen Varianten des Urteils habe sie mit ihrem Klienten vorgängig besprochen.

Die Bilder vom Rupperswil-Prozess vor dem Aargauer Obergericht:

Renate Senn, Verteidigerin von Thomas N.: «Mein Klient hat die Hoffnung gehabt, dass das Obergericht ein anderes Urteil spricht.»
45 Bilder
Opferanwalt Markus Leimbacher: «Den Eltern von Carla Schauer geht es nicht gut.»
Staatsanwältin Barbara Loppacher ist zufrieden mit dem Urteil des Obergerichts.
Das Aargauer Obergericht hat entschieden, dass der Vierfachmörder von Rupperswil ordentlich verwahrt wird, aber keine ambulante Massnahme (Therapie) erhält.
Das Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstagmorgen: Hier findet der Prozess im Vierfachmord Rupperswil statt.
Anstehen heisst es heute früh vor dem Aargauer Obergericht für die Journalisten.
Das Medien-Interesse ist wie vor dem ersten Prozess am Bezirksgericht Lenzburg gross.
Da Urteil soll noch am Donnerstag mündlich bekannt gegeben werden.
Staatsanwältin Barbara Loppacher trifft ein.
Loppacher verlangt, wie bereits vor dem Bezirksgericht, eine lebenslängliche Verwahrung.
Der Anwalt der Opferfamilie, Markus Leimbacher, trifft ein.
Der Anwalt der Opferfamilie, Markus Leimbacher, trifft ein.
Gutachter Elmar Habermeyer trifft ein.
Auch der bekannte Schweizer Reporter Erwin Koch ist vor Ort.
Der Anwalt der Opferfamilie, Markus Leimbacher, gibt den Medien Auskunft.
Der Anwalt der Opferfamilie, Markus Leimbacher, gibt den Medien Auskunft.
Das Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstagmorgen.
Hier findet der Prozess im Vierfachmord Rupperswil statt.
Einlasskontrolle: Alle werden kontrolliert.
Einlasskontrolle: Alle werden kontrolliert.
Einlasskontrolle: Alle werden kontrolliert.
Einlasskontrolle: Alle werden kontrolliert.
Anstehen heisst es heute früh vor dem Aargauer Obergericht für die Journalisten. Der Interesse ist wie vor dem ersten Prozess am Bezirksgericht Lenzburg gross. (Bild: Sandra Ardizzone)
Das Aargauer Obergericht in Aarau am frühen Donnerstagmorgen: Hier findet der Prozess im Vierfachmord Rupperswil statt.
Das Urteil des Aargauer Obergerichts soll noch am Donnerstag mündlich bekannt gegeben werden.
Das Aargauer Obergericht in Aarau am Donnerstagmorgen: Hier findet der Prozess im Vierfachmord Rupperswil statt.
Das Aargauer Obergericht befindet in zweiter Instanz über Thomas N.
Das Aargauer Obergericht in Aarau am frühen Donnerstagmorgen: Hier findet der Prozess im Vierfachmord Rupperswil statt.
Der Prozess findet im Obergericht in Aarau statt.
Vierfachmörder Thomas N. steht am Donnerstag, 13.12.2018, vor dem Aargauer Obergericht in Aarau.
Der Tatort in Rupperswil, das Einfamilienhaus von Familie Schauer. Mit Trauerstätte.
Mittels List verschaffte sich Thomas N. am 21.Dezember 2015 Zugang zum Haus seiner Opfer. Er fesselte sie und schnitt ihnen die Kehle auf, danach zündete er das Haus an.
Der Schock: Die örtliche Feuerwehr rückte zu einem Brand aus – und fand vier Leichen.
Was geschah genau am Vormittag des 21. Dezembers? Ein grafischer Überblick zu den Fakten am Tag des Verbrechens und den Spuren zum Vierfachmord.
Diese Utensilien des Mörders stellte die Polizei sicher.
Grosse Trauer in Rupperswil – der Aargauer Landammann unterbrach die Ferien.
Der Lebenspartner der ermordeten Mutter schrieb sich die Trauer von der Seele: "Für immer"
Georg M., Lebenspartner von Carla Schauer, in der SRF-Sendung «Rundschau» In dieser Szene spricht er darüber, dass er nicht verstehen kann, weshalb im Fall Rupperswil kein DNA-Profil erstellt werden durfte.
Der erste Prozess zum Vierfachmord fand im März 2018 unter speziellen Bedingungen statt: In einem Polizeigebäude. Blick in den improvisierten Gerichtssaal mit dem Angeklagten Thomas N. (rechts aussen) beim Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht Lenzburg in Schafisheim (AG) am Dienstag, 13. März 2018.
Die anklagende Staatsanwältin Barbara Loppacher.
Grosses Medieninteresse am Fall. Medienschaffende warten vor dem Eingang zum Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht Lenzburg in Schafisheim (AG), aufgenommen am Freitag, 16. März 2018. Der vierfache Mörder von Rupperswil AG wird verwahrt. Das Bezirksgericht Lenzburg hat den 34-jährigen Schweizer in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Es verhaengte eine lebenslaengliche Freiheitsstrafe und ordnete eine ordentliche Verwahrung an.
Brief von Thomas N.: Wie ehrlich ist seine Entschuldigung?
Vierfachmord Rupperswil: Schuldig in allen Punkten der Anklage.

Renate Senn, Verteidigerin von Thomas N.: «Mein Klient hat die Hoffnung gehabt, dass das Obergericht ein anderes Urteil spricht.»

Alex Spichale

Dass der verurteilte Vierfachmörder Thomas N. von der Verhandlung am Obergericht dispensiert worden ist, sorgte mehrfach für Kritik, auch am Prozessmorgen. Darauf angesprochen sagte Renate Senn: «Auf meinen Klienten ist es heute nicht angekommen.» Rechtsfragen und Gutachter hätten an diesem Berufungsprozess im Zentrum gestanden, «er hätte dazu gar nichts sagen können». Aus diesem Grund sei das Dispensationsgesuch vom Obergericht auch gutgeheissen worden.

Zudem betonte sie: «Dass mein Klient nicht da ist, dient auch einem schlanken und kostengünstigen Verfahrensablauf.» (smo)