Seit letzter Woche treffen sich die Parteileitungen und Fraktionssitzungen zu bilateralen Gesprächen. Wer sich wann mit wem an den Tisch setzt und um was es dabei geht, bleibt geheim. Die Verantwortlichen hüllen sich in Schweigen.

"Dazu kann ich nichts sagen", lautet etwa die Auskunft von CVP-Generalsekretär Tim Frey. "Erste Gespräche haben stattgefunden, weitere folgen", ist alles, was sich Stefan Brupbacher von der FDP entlocken lässt.

SP-Generalsekretär Thomas Christen erklärt immerhin, dass es um "formelle und technische Fragen" gehe, etwa um den Zeitpunkt der Nominationen und den Fahrplan für die Hearings. "Es ist im Interesse aller, dass die Wahlen transparent und ordentlich über die Bühne gehen", sagte er.

Betont unaufgeregt

Dramatische oder unvorhergesehene Entwicklungen zeichneten sich nicht ab. "Es ist schliesslich nicht der Sinn solcher Gespräche, im Hinterzimmer irgendwelche Absprachen zu treffen", betont Christen.

Etwas offener gibt sich Miriam Behrens, Generalsekretärin der Grünen: "Wir wollen ein klares Feedback auf unseren Anspruch, wir wollen wissen, wie unsere Chancen sind", sagte sie auf Anfrage. Die Grünen suchten das Gespräch mit allen grösseren Parteien ausser mit der SVP. "Das macht offensichtlich keinen Sinn", sagte Behrens.

Bei der grössten Fraktion im Parlament stehen die bilateralen Gespräche mit SP, FDP und CVP diese Woche an, wie SVP-Generalsekretär Martin Baltisser sagte. Am Dienstag entscheidet die Parteileitung auch, wen sie der Fraktion als Kampfkandidaten vorschlagen will. Fünf Personen haben sich nach Angaben der Partei dafür zur Verfügung gestellt - um wen es sich handelt, gab sie allerdings nicht bekannt.

Bei der SP stehen mit Simonetta Sommaruga, Hildegard Fässler, Jacqueline Fehr und Eva Herzog derzeit vier Namen auf der Kandidatinnen-Liste. Am Montag um Mitternacht läuft die Frist für Anmeldungen ab. Er rechne aber nicht damit, dass es weitere Kandidaturen gebe, sagte Generalsekretär Christen.