Der Baselbieter Historiker sei gewählt worden, weil er in allen Medien Erfahrungen auf Geschäftsleitungsebene mitbringe, sagte Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch vor den Medien in Bern. "Rudolf Matter ist ein kreativer Problemlöser mit hoher Fachkompetenz." Zudem habe er ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen und eine hohe Sozialkompetenz. Er wird die Stelle am 1. Januar 2011 antreten.

Rudolf Matter freut sich auf seine neue Aufgabe, begegnet ihr aber mit "allergrösstem Respekt", wie er an der Medienkonferenz sagte. Er erachte es als grosses Privileg, ein Unternehmen mit vielen kreativen Köpfen zu führen und werde ein Direktor sein, der intern und extern zuhöre "und zum Gespräch bereit" sei.

Nach der Wahl des als europafreundlich und wirtschaftskritisch geltenden neuen Generaldirektors Roger de Weck Mitte Mai hatten bürgerliche Politiker gefordert, der Posten des neuen Radio- und TV-Direktors müsse mit jemandem rechts der Mitte besetzt werden.

Inwiefern hat nun dieser Aspekt bei der Wahl Matters eine Rolle gespielt? Das private, berufliche und politische Umfeld eines Kandidaten werde "nicht ausgeblendet", sagte Viktor Baumeler, Präsident des Regionalvorstands SRG.D. Den Ausschlag habe aber Matters fachliche Qualifikation gegeben.

Matter hatte seine journalistische Laufbahn 1974 als Redaktor der "Basler National-Zeitung" aufgenommen. Ab 1976 arbeitete er während zwölf Jahren beim Schweizer Fernsehen als Redaktor, Produzent und Moderator der "Tagesschau" und des Magazins "Karussell".

Nach den Tätigkeiten als freier TV-Journalist und einem Abstecher zu McKinsey&Company wechselte er 1993 zu Ringier, wo er als Chefredaktor und Moderator die Sendung "CASH-TV" aufbaute und leitete. Nach einem Abstecher nach Deutschland übernahm er im Herbst 2006 die Chefredaktion von Schweizer Radio DRS. Seit Juni 2009 ist er zudem Co-Leiter des Konvergenzprojekts.