Uerkheim
Rückhaltebecken statt Kläranlage

Seit die Uerkner ihr Abwasser nach Kölliken pumpen, bietet die leerstehende Kläranlage Platz für ein Regenrückhaltebecken. An der Gmeind vom Montag entscheiden die Stimmbürger über den Kredit von 1,3 Millionen.

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Kläranlage Uerkheim

Kläranlage Uerkheim

Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Uerkheim kommt nicht mehr um ein Regenrückhaltebecken herum. Bisher floss bei starken Regenfällen das Schmutzwasser ungeklärt in die Uerke, was aufgrund der verschärften Gewässerschutzbestimmungen nicht mehr erlaubt ist. Hinzu kommt, dass man das Regenwasser nicht einfach in die ARA Kölliken leiten könne, erklärt Hans Stadler, Gemeindeschreiber von Uerkheim. «Bei heftigen Regenfällen wird das Abwasser sonst so stark verdünnt, dass die Mikroorganismen es nicht mehr reinigen können.»

Ein bescheidenes Rückhaltevolumen bestehe mit der überdimensionierten Zuleitung zur ARA Kölliken, in welcher ein gewisser Spitzenzufluss abgefangen werden könne. Im geplanten Rückhaltebecken könnten die hohen Schmutzwassermengen zurückgehalten und in Schönwetterphasen dosiert in die Abwasserreinigungsanlage Kölliken geleitet werden.

Nochmals 1 Million Franken

Gebaut wird das Becken mit einem Rückhaltevolumen von 260 Quadratmetern auf dem Areal der Ende Januar stillgelegten Kläranlage Uerkental. Seit der Inbetriebnahme des neuen Pumpwerks und der Druckleitung fliesst das Abwasser der Gemeinden Uerkheim, Bottenwil und Wiliberg in die ARA Kölliken. Auch bei einem Ausbau der ARA Uerkental, statt des nun erfolgten Anschlusses an Kölliken hätte das Becken gebaut werden müssen.

Die Kosten von 1,3 Millionen Franken trägt die Gemeinde Uerkheim allein. Wiliberg und Bottenwil verfügen bereits über Rückhaltebecken. Finanziert wird das Uerkner Becken über einen Zuschuss von der Einwohnergemeinde. Die Abwassergebühren weiter erhöhen will die Gemeinde nicht, man habe bereits für 2009 eine Erhöhung beschlossen, so Hans Stadler. Bereits der Bau des Pumpwerkes und der Druckleitung kostete rund 1 Million Franken, wobei diese Kosten durch Bottenwil und Wiliberg mitgetragen wurden. Ebenso wird der Teilabbruch der ARA Uerkental durch die drei Gemeinden gemeinsam getragen.

Sanierung des Kugelfangs

Weiter stimmen die Uerkner Stimmbürger am Montag über einen Kredit von 280 000 Franken für die Sanierung des Kugelfangs ab. Da die Schiessanlage in Uerkheim seit 1982 stillgelegt ist, wird die Sanierung mit Bundesbeiträgen in der Höhe von rund 40 Prozent unterstützt. Ohne Sanierung müsste das Grundwasser auf mögliche Belastungen durch versickernde Giftstoffe überwacht werden.

Der Gemeinderat prüfte drei Varianten und entschied sich für eine Totalsanierung, um die Altlast vollständig zu eliminieren. Der Bund beteiligt sich mit 76 000 Franken, der Kanton mit 77 000 Franken an den Kosten, die Gemeinde trägt somit Nettokosten von 127 000 Franken.

Weitere Traktanden sind die Bewilligung eines Kredites von 50 000 Franken für die elektrische Erschliessung des Reservoirs Lampi; die Festlegung der Besoldung der Gemeinderäte ab 2010; die Kreditabrechnung über den Bau des Parkplatzes Mitte Dorf sowie die Einbürgerungen der Familien Morina und Sittambalam.