Rüchlig-Projekt mit verschiedenen Anpassungen

Die Konzession für das Kraftwerk Rüchlig in Aarau läuft Ende 2011 aus. Die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) hat bereits 2006 um eine Neukonzessionierung ersucht und dieses Projekt jetzt ergänzt.

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Aargauer Zeitung

Toni Widmer

Die Änderungen am Konzessionsprojekt für das geplante neue Kraftwerk Rüchlig betreffen insbesondere den Hochwasserschutz. Hier sind nach dem verheerenden Hochwasser vom 9. August 2007 in Absprache mit dem Kanton Aargau entscheidende Verbesserungen vorgenommen worden. So liegt die maximale Abflussmenge nicht mehr wie ursprünglich geplant bei 1300, sondern bei 1400 m3 pro Sekunde.

Im Extremfall soll sogar eine Wassermenge von 1700 m3/s bewältigt werden können. Weil die dafür getroffenen Massnahmen die Leistung leicht beeinträchtigen könnten, wollen die NOK im Gegenzug die Anströmungen der Turbinen optimieren. Dafür wird im Oberwasser des Kraftwerkkanals eine 430 Meter lange und 20 Meter breite Talwegrinne mit einem Volumen von 12 000 m3 ausgehoben.

Über 70 Einsprachen eingegangen

Gegen das Konzessionserneuerungsprojekt sind insgesamt 74 Einsprachen, davon mehrere Sammeleinsprachen, eingereicht worden. Sie betrafen schwerpunktmässig den Hochwasserschutz, das Grundwasser sowie den geplanten konstanten Oberwasserspiegel im Kraftwerkkanal. Die Stadt Aarau befasste sich in ihrer Einsprache zudem mit architektonischen Fragen und mit einem direkten Netzanschluss für die IBAarau AG. In den meisten Punkten konnten Einigungen erzielt werden. Auch der von Aarau gewünschte 16-KV-Netzanschluss ist laut NOK-Projektleiter Willy A. Fisch auf gutem Weg. Anders als ursprünglich geplant wird zudem auch die Übersetzstelle für den Kleinboot-Verkehr auf der Aare.

In Absprache mit den zuständigen Behörden wurde entschieden, dass die nachträglich erfolgten Projektänderungen in einem Nachtrag zum Konzessionsprojekt eingereicht werden. Das ist am 30. April passiert. Laut Fisch ist mittlerweile auch das eigentliche Bauprojekt für den auf 125 Mio. Franken veranschlagten Neubau zu 90 Prozent erstellt. Die Projekteingabe soll am 28. Februar 2010 erfolgen.

Auf ein Datum für den Spatenstich wollte sich der NOK-Projektleiter an der gestrigen Medienkonferenz noch nicht festlegen: «Es kommt ganz darauf an, wie die anstehenden Verfahren ablaufen und wie rasch allfällige Einsprachen erledigt werden können», sagte Fisch. Optimistisch rechnen die NOK mit einer Baubewilligung im Verlauf von 2011. Angesichts einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren wäre in diesem Fall mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2014 zu rechnen.

Das Kraftwerk Rüchlig in seiner heutigen Form hat seine Konzession 1926 erhalten. 2003 haben es die NOK von der einstigen Erbauerin, den Jura-Cement-Fabriken, übernommen.

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