SVP
Rot-Grüner Politik den Kampf angesagt

Die Allianz zwischen SVP und FDP spielte am Mittwoch nicht nur im Bundeshaus. Auch im äussersten Zipfel des Kantons Bern wurde bürgerliche Brüderlichkeit demonstriert. Wahlen, vergangene und bevorstehende, standen im Mittelpunkt des Abends.

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Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

«Eis isch sicher, Bärn blibt Bärn», sang der Jodlerklub Lengnau zur Eröffnung der Wahlveranstaltung des SVP-Landesteils Seeland. Berntreue beteuerte auch Sylvain Astier (FDP-Regierungsratskandidat aus Moutier), der als Gast am Podiumstisch Platz nehmen durfte. «Ich will den dem Berner Jura zustehenden Sitz in der Kantonsregierung für die FDP zurück erobern», sagte Astier. Der seit 2002 dem bernischen Grosen Rat angehört. Der Organisator des Abends, Fritz Ruchti (SVP-Grossrat aus Rapperswil), hatte der versammelten SVP-Familie und den FDP-Gästen in der Aula des Dorfschulhauses Lengnau zu erklären, wieso der Präsident der SVP Schweiz nicht, wie in den Inseraten angekündigt, ins Seeland gereist ist: «Der Termin für diese Wahlveranstaltung wurde vor dem Rücktritt von Bundesrat Couchepin fest gelegt. Toni Brunner ist heute Abend bei der Elefantenrunde des Schweizer Fernsehens dabei.»

Für den Thurgauer Nationalrat sprang Caspar Bader, Präsident der SVP-Bundeshausfraktion ein. Taufrisch analysierte er für seine Zuhörerschaft die Wahl von Didier Burkhalter (FDP) zum 112. Bundesrat. «Die CVP wird von uns keine einzige Stimme erhalten, hat unsere Fraktion beschlossen. Ich lege die Hand ins Feuer, dass dies auch so geschehen ist.» Der SVP sei es wichtig gewesen, dass die Konkordanz im Bundesrat hoch gehalten wird. «Mit ihrem Angriff auf den frei werdenden Sitz hat sich die CVP endgültig aus dem bürgerlichen Lager verabschiedet», kommentierte Bader und unterliess es nicht, auch Seitenhiebe gegen die Linken zu verteilen. Schliesslich ist nach der Wahl bereits wieder vor der Wahl und 2011 wird der Begriff Konkordanz neu definiert.

Bürgerliche Mehrheit zurück erobern

Nicht nur auf eidgenössischer Ebene rüstet sich die SVP für kommende Wahlen. Im Kanton Bern werden im nächsten Frühjahr die Mitglieder des Regierungsrates und des Grossen Rates neu gewählt. «SVP heisst sehr viel Positives», sagte Rudolf Joder, Präsident der SVP Kanton Bern und erklärte: «Wir wollen eine andere und bessere Politik für unseren Kanton, als sie unter der Rot-Grünen Regierung praktiziert wird. Gemeinsam sind wir stark», so Joder. Er hoffe, dass zusammen mit der FDP die bürgerliche Mehrheit in der Kantonsregierung wieder hergestellt werden könne. Schliesslich sei die SVP - trotz der Abspaltung der BDP - immer noch die grösste Partei im Kanton Bern. «Es sind aber grosse Anstrengungen nötig, um dieses Ziel zu erreichen.» Joder mahnte darum alle im Saal, das politische Schicksal des Kantons Bern nicht den politischen Gegnern zu überlassen.

Die Beiden, die für die SVP die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, sind der amtierende Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor Christoph Neuhaus sowie Grossrat Albert Rösti, Sie machten klar, wie sie den Kanton Bern vorwärts bringen wollen. «Ich will meine Arbeit fortsetzen und die SVP-Politik weiter in die Regierung einbringen», sagte Neuhaus. Steuersenkung, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Schuldenabbau hat sich Rösti auf seine Wahlfahne geschrieben.

Der Wählerschaft vorstellen konnten sich schliesslich noch die SVP-Kandidaten für den Grossen Rat aus dem Amt Büren. Es sind dies: Hermann Käser (Büren), Donat Schneider (Diess-bach), Christian Wyss (Lengnau) und Fritz Wyss (Wengi).

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