Reformierte Kirchgemeinde Aarau stimmt über Bauprojekte ab
Rost nagt an der Stadtkirche

Die Aarauer Stadtkirche muss für knapp eine Million saniert werden. Grund dafür sind Rost und Risse.

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Aargauer Zeitung

Im Vordergrund steht die Sanierung von Turm und Glockenstuhl. Äusserer Anlass sind Rost an der Konstruktion und Risse im darunterliegenden Betonboden. Der Glockenstuhl, 1899 mit der gleichen Technologie wie der Eiffelturm in Paris erstellt, muss zerlegt, behandelt, teilweise ersetzt und wieder zusammengebaut werden.

Glocken werden schweigen

Der Betonboden ist laut dem Bericht an die Kirchgemeinde «ganz zu erneuern». Zu diesem Modul 1 gehören weitere kleinere Reparaturen am Turm, namentlich Löcher im Putz auf der Wetterseite, die Erneuerung der Steuerung von Glockengeläut und Stundenschlag sowie der Ersatz des überalterten Elektrotableaus für die gesamte Kirche. Für diesen Teil sind die Kosten mit 544 900 Franken veranschlagt. Im Falle einer Realisierung des Bauvorhabens werden die Glocken während rund drei Monaten schweigen.

Chorfenster isolieren

Anlass zu einem weiteren Teilprojekt ist die fehlende Isolation der Chorfenster des Aarauer Künstlers Felix Hoffmann aus den Jahren 1948 und 1953. Die sechs Lanzettfenster bestehen heute nur gerade aus farbigem Glas und einem Metallgitter auf der Aussenseite.

Letzteres soll nach dem Vorschlag der Kirchenpflege durch ein Isolierglas ersetzt werden, wobei die ganze Konstruktion leicht gegen das Kircheninnere verschoben werden soll. Man verspricht sich von der Massnahme eine Reduktion der Heizkosten, geringeren Luftzug zwischen Chor und Kirchenschiff und ein freieres Bild von Hoffmanns Kunstwerken ohne Gitter. Für dieses Modul 2 ist ein Aufwand von 292 400 Franken budgetiert.

Die farbigen Fenster werden restauriert und für rund drei Monate durch Plexiglas ersetzt, bevor die sanierten Originalfenster wieder eingesetzt werden. Die Versammlung kann auch über ein drittes Modul für das Bauprojekt Stadtkirche befinden. Es geht dabei um die Renovation der Sakristei mit einem Aufwand von 90 400 Franken. Die Kirchenpflege stellt Antrag, alle drei Module zu genehmigen. (hr)

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