Schweizer Strassen

Romandie und Tessin hinken bei Verkehrssicherheit hinten nach

Gurtentragen ist in der Schweiz nicht überall gleich beliebt (Symbolbild)

Gurtentragen ist in der Schweiz nicht überall gleich beliebt (Symbolbild)

Schweizer Strassen werden immer sicherer - aber nicht überall. Im Tessin ist das Risiko, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden, fast doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz. Die Romands ihrerseits tun sich schwer mit Tempo und Sicherheitsgurten.

Eine Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) hat markante regionale Unterschiede beim Unfallgeschehen ergeben. So ist etwa in der Deutschschweiz die Zahl der schweren Motorradunfälle in den letzten zehn Jahren stabil geblieben, während sie sich im Tessin fast verdoppelt hat.

Fast die Hälfte der Schwerverletzten sind dort Motorradfahrer. Dagegen leben Velofahrer nirgends gefährlicher als in der Deutschschweiz. Und in der Romandie gibt es doppelt so viele schwere Unfälle bei Tempo-Exzessen wie im Tessin.

Mühe mit Alkohol und Gurten

Mühe bekundet die lateinische Schweiz mit Alkohol am Steuer: Während 2007 in der Deutschschweiz 11 Prozent aller Unfälle mit Toten oder Schwerverletzten auf Alkohol zurückzuführen waren, lag der Anteil im Tessin bei 19 und in der Romandie bei 21 Prozent.

Ein Drittel der Unfallbeteiligten trugen in diesen Sprachregionen keinen Sicherheitsgurt. In der Deutschschweiz war es nur gut ein Fünftel.

Das vom Bundesrat vorgeschlagene Massnahmenpaket Via Sicura trägt diesen regionalen Unterschieden nicht unmittelbar Rechnung. Beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) sieht man auch zusätzlichen Handlungsbedarf für den Bund, wie ASTRA-Sprecher Antonello Laveglia am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Die bfu dagegen hat aufgrund der Ergebnisse der Studie ihre Aktivitäten inzwischen gezielt auf die verschiedenen Landesteile zugeschnitten. Gurtentrag-Kampagnen würden vor allem in der Romandie und im Tessin durchgeführt, sagte bfu-Sprecher Rolf Moning auf Anfrage.

Wichtigste Ansprechpartner sind laut bfu-Sprecher Moning die Kantone selber. "Wir schauen mit den kantonalen Behörden, welche Massnahmen sich aufdrängen." Im Tessin etwa ging es speziell um das Problem der Unfälle auf Fussgängerstreifen.

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