Italien

Rom will 200 illegale Roma-Siedlungen schleifen lassen

Ermittlungen nach dem Todesfall in Roma-Siedlung

Ermittlungen nach dem Todesfall in Roma-Siedlung

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno will 200 illegale Roma-Behelfsiedlungen in und unweit der italienischen Hauptstadt abreissen lassen. Die Massnahme wurde beschlossen, nachdem vergangene Woche ein dreijähriges Kind bei einem Brand in einer illegalen Siedlung ums Leben gekommen war.

"Wir werden allen Familien eine Unterkunft anbieten, die eine brauchen. Kleine unerlaubte Behelfsiedlungen sind aber inakzeptabel. Sie stehen ausserhalb jeglicher Kontrolle und sind gefährlich", so Alemanno.

Der rechtsorientierte Bürgermeister, der im vergangenen Februar die grössten Roma-Siedlungen in Europa schleifen liess, in der seit Jahrzehnten über 600 Menschen lebten, rief die italienische Regierung auf, sich in Brüssel für eine gesamteuropäische Strategie zur Behandlung der Roma-Frage einzuschalten.

Die Opposition beschuldigte Alemanno, seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren keine konkreten Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation der Roma unternommen zu haben. Rom ist die italienische Stadt, in der die meisten Roma leben.

Mit eiserner Hand gegen Illegale

Die Regierung Berlusconi hatte 2008 in ganz Italien eine umstrittene Zählung der Roma durchgeführt. Dutzende illegale Behelfssiedlungen an der Peripherie von Rom, Mailand und Neapel wurden daraufhin abgerissen.

Innenminister Roberto Maroni hatte immer wieder den Vorwurf zurückgewiesen, dass die Zählung der Roma einen rassistischem Hintergrund habe. Die Zählung, die in Europa Proteste ausgelöst hatte, sei nicht auf ethnischer Basis erfolgt.

Mit der Zählung seien illegal Eingewanderte aufgespürt und abgeschoben worden, um das Leben der legal in den Behelfsunterkünften lebenden Bewohner zu verbessern. Die Massnahme sei Teil der Bemühungen der Regierung Berlusconi gewesen, die Strassenkriminalität zu bekämpfen, hiess es in Rom.

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