Rolf Büttiker hadert mit Parteifreunden

Rolf Büttiker hat sich entschieden: Er tritt bei den Wahlen vom Oktober 2011 nicht für eine sechste Amtsperiode als Ständerat an. Der Entscheid fiel Büttiker schwer, er hadert mit Parteifreunden.

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Rolf Büttiker hadert mit Parteifreunden

Rolf Büttiker hadert mit Parteifreunden

Solothurner Zeitung

Christian von Arx

In der Wolfwiler «Eintracht» feierten zahlreiche Wolfwiler, Gäuer und Oltner Rolf Büttikers öffentliche Geburtstagsparty, als Büttiker den kantonalen FDP-Präsidenten Christian Scheuermeyer in ein Nebenzimmer bat und von Hand eine Erklärung schrieb, in der er seinen Verzicht erklärte.

«Widerstand aus Solothurn»

Die Erklärung enthält einigen Sprengstoff. Zum einen verhehlt Büttiker darin nicht, dass er eigentlich gern noch weiter Ständerat geblieben wäre. Zum andern nennt er bei den Gründen neben seiner langen Amtszeit – 2011 wird er 20 Jahre dem Ständerat angehört haben, davor schon vier Jahre dem Nationalrat – auch «Widerstand aus der eigenen Partei aus dem Raum Solothurn». Auf Nachfrage präzisierte Büttiker, dass er gegenüber seiner Partei keinerlei Groll hege: Er habe sich «mit der Volksbasis und der FDP-Basis» immer sehr gut verstanden, was sich auch daran zeige, dass er fünfmal im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt wurde.

Im Gespräch mit dieser Zeitung stellte Büttiker klar: «Ich kandidiere nicht wild und nicht für eine andere Partei.» Ein kleines Hintertürchen liess er aber dennoch offen: «Wenn es eine spürbare Bewegung innerhalb der FDP-Basis geben sollte, würde ich mir den Entscheid über eine Kandidatur nochmals überlegen.» Eine Bemerkung, die der Partei noch einiges Kopfzerbrechen verursachen könnte.

«Die Solothurner Freisinnigen verlieren in ihm einen ausgewiesenen und sehr erfahrenen Standesvertreter», heisst es in einer Medienmitteilung, die die Kantonalpartei gestern Abend veröffentlichte. Die FDP danke ihm für seine «immense politische Arbeit, die über die Parteigrenzen hinaus grosse Anerkennung fand». Mit dannzumal 61 Jahren nehme Rolf Büttiker einen vergleichsweise frühen Abschied von der eidgenössischen Bühne, die er mit 37 Jahren betreten hatte – man dürfe ihn mit einem Augenzwinkern als «Frühvollendeten» bezeichnen.

Kurt Fluri in den Startlöchern

Die FDP werde Büttikers Sitz im Ständerat 2011 verteidigen, unterstreicht Parteipräsident Christian Scheuermeyer dezidiert. Das weitere Vorgehen wird zunächst in der (von Nationalrat Kurt Fluri präsidierten) Arbeitsgruppe Wahlen und Strategie besprochen. Aufgrund deren Vorschläge wird der kantonale Parteivorstand der Delegiertenversammlung einen Antrag stellen. Die Nomination eines Kandidaten oder einer Kandidatin dürfte im Frühling 2011 erfolgen.

Mit Sicherheit zu rechnen ist mit der Bewerbung von Nationalrat Kurt Fluri: Der Solothurner Stadtpräsident hat wiederholt erklärt, sich für einen Wechsel ins «Stöckli» zu interessieren.

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