Rodelbahn für Weissenstein?

«Jein» - Vorerst ist eine Rodelbahn (wie hier die Solarbobbahn in Langenbruck) für den Weissenstein vom Tisch. Mangels Alternativen könnte sich das aber wieder ändern. florenz Schaffner

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«Jein» - Vorerst ist eine Rodelbahn (wie hier die Solarbobbahn in Langenbruck) für den Weissenstein vom Tisch. Mangels Alternativen könnte sich das aber wieder ändern. florenz Schaffner

Mit der geplanten Freizeitanlage sollte die Rentabilität der neuen Gondelbahn gesichert werden. Nun stellt sich die Frage, ob andere Freizeitanlagen genügend Einnahmen generieren können.

Thaïs in der Smitten

Der Kanton steht unter Zeitdruck, das Richtplanverfahren für die neue Gondelbahn am Weissenstein voran zu treiben, um mit dem Gesamtprojekt nicht in Verzug zu geraten. Zugleich droht das Projekt an der Kritik des Bundesamtes für Umwelt bezüglich der Freizeitanlagen zu scheitern: Die Anlage stehe im Widerspruch zu den Schutzzielen des Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN).

Nun hat der Kanton eine elegante Übergangslösung gefunden: Er legt dem Bund einen Richtplan vor, ohne sich beim heiklen Punkt festlegt. So teilte das Bau- und Justizdepartement gestern in einer Medienmitteilung mit: Der Kanton stelle sich voll hinter das Neubauprojekt für den Ersatz der bestehenden Sesselbahn. Die geplante Rodelbahn und Tubinganlage werde jedoch in Frage gestellt. Fest steht lediglich, «dass weitere Freizeitanlagen auf dem Weissenstein grundsätzlich möglich sind».

Rentabilität ist in Frage gestellt

Damit gibt es aber ein anderes Problem: Die Rodelbahn und Tubinganlage hätten die Rentabilität der Gondelbahn langfristig sichern sollen. Klar ist, dass zusätzliches Einnahmequellen nötig sind, um die Gondelbahn rentabel zu machen. Obschon Bernhard Staub, Chef des kantonalen Amtes für Raumplanung in Solothurn, die Bedenken gegenüber der Rodelbahn nicht versteht, hat die Zeit dazu gedrängt, das Thema Freizeitanlagen «zurückzustellen». Staub hofft, dass der Bund den Richtplan nun in dieser Form absegnet. «Es laufen Gespräche mit der Weissenstein AG bezüglich anderer Möglichkeiten», so Staub. Ziel sei eine ähnlich attraktive Anlage, die aber landschaftsverträglich ist und somit nicht die Kritik des Bundesamtes auf sich zieht.

Chance für Rodelbahn 50 zu 50

Die Option Rodelbahn und Tubinganlage sei hingegen nicht ganz vom Tisch, sagt Staub, sondern lediglich zurückgestellt. Lasse sich keine Alternative finden, die eine vergleichbare Rentabilität garantiert, werde man unter Umständen auf die Rodelbahn als «kleineres Übel» zurückkommen. «Die Chancen, dass es dennoch eine Rodelbahn und Tubinganlage gibt stehen fifty-fifty», sagt Staub. Eine Steuerungsgruppe unter der Leitung des Kantons soll nun erarbeiten, welche Freizeitanlagen realisiert werden können. Der Planungsauftrag für die weiteren Abklärungen werde im Richtplan als Zwischenergebnis aufgenommen.

Der übrige Richtplantest, wird gemäss der Medienmitteilung, unverändert beibehalten. «Dies gilt insbesondere für den Ersatz der bestehenden Sesselbahn durch eine neue Seilbahn», heisst es. Zudem werden folgende Bestandteile der Richtplananpassung beibehalten: Parkieren, Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und die temporäre Sperrung der Passstrasse.

Gegen die Richtplananpassung sind 46 Einwendungen eingegangen, mehrheitlich kritisch bis ablehnend. Die Einwendungen seien in einem Bericht thematisiert worden, der nun allen Einwendern zugestellt werde. Lediglich die Einwohnergemeinden und Regionalplanungsorganisationen können innert zehn Tagen Einspruch erheben. Macht niemand davon gebraucht, wird der Richtplan festgesetzt.

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