Abzockerinitiative
Roberto Martullo opponiert gegen Schwiegervater Christoph Blocher

Familienduell in Bezug auf die Abzockerinitiative: Roberto Martullo sitzt im Pro-Komitee, während Christoph Blocher dagegen kämpft. Wie die Frau beziehungsweise die Tochter Magdalena Blocher-Martullo dazu steht, ist nicht bekannt.

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Christoph Blocher redet im Abstimmungskampf gegen seinen Schwiegersohn an.

Christoph Blocher redet im Abstimmungskampf gegen seinen Schwiegersohn an.

Keystone

Roberto Martullo hat genug. Der Mann der Christoph-Blocher-Tochter Magdalena geht an die Öffentlichkeit, um für eine Annahme der Abzockerinitiative zu werben. Der Grund: Die Mittel der Nein-Seite im Abstimmungskampf – beispielsweise das Engagement von Studenten, die fürs Verfassen von Onlinekommentaren unter Pseudonym verpflichtet wurden – seien "unlauter und ethisch sehr

Das unterschiedet Initiative und Gegenvorschlag

Die Abstimmung über die Abzockerinitiative findet am 3. März statt. Wird sie abgelehnt, tritt automatisch der Gegenvorschlag des Parlaments in Kraft. Dieser ist gegenüber den Verwaltungsräten einer Aktiengesellschaft nicht gleich strikt wie die Initiative des Schaffhauser SVP-Ständerats Thomas Minder.

- Entschädigung: Nach der Initiative sollen die Aktionäre jährlich bindend über die Löhne der VR-Mitglieder abstimmen; im Gegenvorschlag kann das Resultat dieser Abstimmung unverbindlich sein

- «Goldene Fallschirme»: Die Initiative sieht keine Abgangsentschädigungen vor, der Gegenvorschlag schon, sofern die Aktionäre diesen mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen

- Die Wahl der Verwaltungsratsmitglieder soll gemäss der Initative jährlich stattfinden, der Gegenvorschlag sieht einen Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus vor

- Im Fall von Verstössen sieht die Initiative Gefängnis- oder Geldstrafen vor; der Gegenvorschlag verzichtet darauf

In der Opposition findet sich auch sein Schwiegervater. Dieser hatte sich zunächst für die Abzockerinitiative des Schaffhauser Ständerats Thomas Minder ausgesprochen, bevorzugt jetzt aber den indirekten Gegenvorschlag des Parlaments. Dieser würde einen «Grossteil der Anliegen der Initiative» und könne «schneller in Kraft treten». Dem widerspricht Roberto Martullo: «Er lässt zu viele Schlupflöcher zu». Am Freitag will er mit prominenten Mitstreitern eine Medienkonferenz dazu abhalten.

Ein Familienduell auf der grossen Politbühne also. Blocher hat schon früher geäussert, man dürfe auch in der Familie unterschiedlicher Meinung sein. Wie steht Magdalena Martullo-Blocher – bezog 2011 ein Gehalt von 1,23 Millionen Franken – zur Initiative? hr Mann sagt, er wisse es nicht.