Erst gut zwei Stunden nachdem die auf der SBB-Neubaustrecke freilaufenden Tiere der Polizei gemeldet worden waren, konnten die letzten ausgebüxten Rinder eingefangen werden - bei Roggwil im Kanton Bern, rund zehn Kilometer von ihrer Weide entfernt. Unverletzt konnten sie in einen Viehtransporter getrieben werden.

Die Einsatzkräfte vor Ort waren zuvor gefordert worden. Das Einfangen der Rinder gestaltete sich schwierig: "Die Tiere waren nervös und verängstigt, weil sie nicht in der Umgebung waren, die sie kannten", sagte Kantonspolizei-Sprecher Christoph Gnägi der Nachrichtenagentur sda. Zudem hätten vorbeifahrende Züge die Jungtiere zusätzlich irritiert.

Lange Verfolgungsjagd

"Die Tiere liefen zum Teil in Tunnels, trennten sich immer wieder und liessen sich nicht bändigen", beschrieb Gnägi die Schwierigkeiten des Polizeieinsatzes. Zudem seien die Rinder schnell unterwegs gewesen, die Patrouillen hätten die Tiere zu Fuss verfolgen müssen.

Ein Rind konnte nach wenigen Kilometern bei Langenthal im Kanton Bern eingefangen werden, ein weiteres bei Bützberg. Die vier anderen Rinder waren weiter weg: Sie konnten nur mit Hilfe der Feuerwehr von den Bahnschienen weggeleitet werden. Mit Seilen ausgerüstet, konnten die Einsatzkräfte die letzten flüchtigen Tiere kurz nach 14 Uhr bei Roggwil zusammentreiben und in einen Viehtransporter verladen.

Umleitungen und Verspätungen

Die Bahnstrecke zwischen Bern und Olten war während der Rinder-Verfolgungsjagd aus Sicherheitsgründen nur beschränkt befahrbar, wie die SBB mitteilte. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. Zugverbindungen von Zürich in die Westschweiz und ins Wallis wurden über Biel umgeleitet.

Welche Konsequenzen das Ausbüxen der Tiere für den Bauer hat, ist noch unklar. "Wir müssen zuerst abklären, wie die Tiere von der Weide ausbrechen konnten", sagte Gnägi.