Franz Schaible, Gaudenz Oetterli

Die langjährige Planung für einen Holzcluster in Luterbach hat Schiffbruch erlitten. «Das Projekt ist im zweiten Anlauf gescheitert. Dementsprechend gross ist die Enttäuschung», erklärt Bernard Staub, Chef des kantonalen Amtes für Raumplanung. Die Schilliger Holz AG hat die Arbeitsgruppe «Gebietsentwicklung Borregaard» informiert, dass auf den Bau der Sägerei in Luterbach verzichtet wird.

Der Entscheid sei nach dem Kauf einer fast neuen Grosssägerei im Elsass gefällt worden, präzisiert Firmenchef Ernest Schilliger auf Anfrage. Zwei Werke in dieser Grössenordnung wären für die Firma zu gross gewesen, begründet er den Entscheid.

Er wiederholt, dass man diese Lösung nicht gesucht habe, sondern rein betriebswirtschaftliche Überlegungen dazu geführt hätten. «Für das aus deinem Insolvenzverfahren gekaufte, komplett ausgerüstete Werk haben wir 15 Millionen Euro bezahlt. Das neue Werk in Luterbach hätte rund 100 Millionen Franken gekostet.»

Schilliger behält Industrieland

Schilliger bleibt aber vorerst mit Luterbach verbunden, hat die Firma doch das Industrieareal im Umfang von 15 Hektaren bereits früher gekauft. «Wir stehen nicht unter Druck, das Areal sofort zu verkaufen. Wir sind keine Immobilienhändler», versichert Schilliger. Er werde aber die Bemühungen des Kantons und der Standortgemeinde zur Neuansiedlung von Firmen unterstützen und dann auch das Land dazu abtreten.

Dies wird nun zur grossen Herausforderung. «Wir wollen das Areal mit Neuansiedlungen beleben und damit auch Arbeitsplätze schaffen», erklärt Raumplaner Bernard Staub. Die beste Lösung wäre ein Projekt, das in die aufgegleiste Schiene «Holzcluster und Energieproduktion» passen würde, sei doch die erteilte Baubewilligung auf ein Sägewerk ausgerichtet.

«Die neue Ausgangslage erlaubt aber auch, den Fächer für Neuansiedlungen zu öffnen», so Staub. Es existiere eine Liste mit etwa 25 Projektideen. Diese müsse nun neu auf ihre Realisierbarkeit durchgegangen werden. Wenn etwas ganz neues entstehen würde, müsste man planerisch bei Null wieder beginnen. Klar sei aber, dass reine Logistikbetriebe nicht in Frage kommen.

Staub ist zuversichtlich. «Das riesige Industrieareal mit Gleisanschluss im Herzen der Schweiz - Areal Schilliger mit 15 Hektaren und Areal Borregaard mit 36 Hektaren - hat Potenzial für Neunutzungen.»