Rheinfelden

Rheinfelden zeigt Qualitäten

Dynamik in der Altstadt am ersten Gauklerfestival, auch wenn die Statistiker nicht beste Noten verteilen. (ach)

Rheinfelden

Dynamik in der Altstadt am ersten Gauklerfestival, auch wenn die Statistiker nicht beste Noten verteilen. (ach)

Im Schweizer Städte-Ranking des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» landet Rheinfelden auf Platz 68. Stadtammann Franco Mazzi zeigt sich gleichermassen überrascht und zufrieden: «Wir dürfen stolz sein, namhafte Gemeinden hinter uns gelassen zu haben», kommentiert er die Rangliste.

Peter Rombach

Zum vierten Mal vergleicht das Magazin die Attraktivität von Schweizer Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern. Sieger wurde Zug vor Zürich, Freienbach SZ und Luzern. Gut platziert auch die Aargauer: Baden Rang 9, Aarau 13, Zofingen 35 und Wettingen 44. Die Bewertung erfolgte unter anderem anhand von Themenrängen.

Aus Rheinfelder Sicht gab es bezüglich Erholungswert der Stadt einen «Ausreisser» mit einem 43. Platz unter 129 analysierten Gemeinden - zweifellos zu danken dem Kur- und Gesundheitssektor sowie dem Waldreichtum. Selbst Rheinfeldens Partnerstadt Morges VD brachte es trotz seiner Lage am Genfersee nur auf Platz 70.

Verkehr und Tourismus

Was die Qualität im öffentlichen Verkehr (Platz 51) angelangt, kann Rheinfelden mit Baden (16) und Aarau (4) nicht mithalten, überflügelt aber Zofingen (77) recht deutlich. Die Tourismusanalyse ergab ebenfalls Rang 51; dass Baden (25), Zofingen (45) und Aarau (50) besser sind, möchte man in der Zähringerstadt am Hochrhein nicht ganz verstehen.

Nach der Steuerbelastung beurteilt, kommt Rheinfelden auf Platz 50 und bildet derzeit das Schlusslicht unter den Aargauer «Grossgemeinden». Gleiches gilt für die Sozialstrukturen (57). Im Sektor Dynamik standen vor allem Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsbau, Firmengründungen und Kaufkraft auf dem Prüfstand. Rheinfeldens 78. Rang signalisiert den Zwang zum Nachdenken, denn Wettingen (31), Baden (40) und Zofingen (44) stehen deutlich erfolgreicher da. Schwacher Trost: Aarau rangiert unerwartet auf der «Dynamikposition» 102.

Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi räumt ein: «Wir müssen auch den weniger erfreulichen Punkten Beachtung schenken.» Als da wäre die seit 2005 stark angestiegene Arbeitslosigkeit auf 2,48 Prozent. Laut Wirtschaftsmagazin «Bilanz» bedeutet die allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt im Städte-Ranking Platz 104; nur Wettingen (112) ist schlechter. Mazzi erkennt, dass weitere kommunalpolitische Hausaufgaben zu erledigen sind: «Wir müssen die Ursachen erforschen und dem Arbeitsmarkt, beziehungsweise den Branchen, noch stärkere Beachtung schenken.»

Die Position 96 bezüglich Zentralität nimmt der Stadtammann eher gelassen hin, denn Rheinfelden liegt am Rand, also an der Staatsgrenze. Augenzwinkernd meint er: «Sehen wir es positiv, wir stehen am Anfang der Schweiz.»

Zufrieden ist er nicht nur mit dem nationalen Ranking, sondern auch mit den Finanzkennzahlen der kantonalen Statistik. Von 24 möglichen Punkten erreichte Rheinfelden für seinen Rechnungsabschluss 2008 wieder 24. «Wir haben eine strukturell gesunde Finanzlage», resümiert der Stadtammann.

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