50 Jahre Air Zermatt
Rettungspilot: «Wir sind Weltmeister im Verdrängen – das ist der einzige Weg»

Seit 50 Jahren fliegt das Oberwalliser Helikopterunternehmen Air Zermatt Rettung- und Transportflüge. Ein Paradies für jeden Piloten, wie der Direktor, Gerold Biner, im Interview sagt.

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«Die Air Zermatt hat eine grosse Entwicklung durchgemacht», berichtet Biner. «Sie ist zu einem wichtigen Faktor für die Bevölkerung, aber auch für die Tourismusdestination geworden.» Zu Beginn sei das Know-how praktisch bei Null gewesen. «Die Air Zermatt hat dazu beigetragen, die Entwicklung soweit voranzutreiben, dass wir heute ein sehr hohes Niveau in der Bergrettung haben.»

Biner kennt aber auch die Schattenseiten seines Berufs. «Als Rettungspilot wird man jeden Tag auch mit schwierigen, emotionalen Verhältnissen konfrontiert. Ich glaube, wir sind Weltmeister im Verdrängen.» Das sei der einzige Weg, um in diesem Metier während Jahren mitmachen zu können.

Wenn er nach dem schlimmsten Erlebnis gefragt werde, nehme er jeweils das letzte. «Wir mussten einen 17-jährigen Jungen während einer Stunde reanimieren. Er ist dann leider verstorben. Das sind die Ereignisse, mit denen wir leben, und die wir bewältigen müssen.»

50 Jahre Air Zermatt

Die Anfänge des Helikopterunternehmens liegen 50 Jahre zurück. Seit 1968 bis heute sind insgesamt über 40 Helikopter von verschiedenen Herstellern für die Air Zermatt geflogen. Das Unternehmen feiert sein Jubiläum am Samstag und Sonntag auf der Basis Raron. Vor dem Wochenende mit den Jubiläums-Feierlichkeiten geriet die Air Zermatt wegen eines Unfalls in die Schlagzeilen: Bei einem Übungsflug am Mittwoch touchierte ein Helikopter ein Kabel und landete im Baggersee zwischen Raron und Visp.