Bergsturz

Rettungskräfte nehmen Suche nach Vermissten im Bergell wieder auf

Die Suche nach Vermissten im Bondasca-Tal geht am Freitag weiter (Archivbild).

Die Suche nach Vermissten im Bondasca-Tal geht am Freitag weiter (Archivbild).

Die Rettungskräfte haben am Freitagmorgen die Suche nach den Vermissten im Bündner Bondasca-Tal wieder aufgenommen. In der Nacht war die Suche aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

Insgesamt werden immer noch acht Personen vermisst, wie Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, am Morgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Polizei geht davon aus, dass sie sich im Val Bondasca aufhielten, als die Felsmassen am Mittwoch ins Seitental hinter dem Bergdorf Bondo krachten.

Die Vermissten stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es handelt sich um erwachsene Wanderer und Berggänger, die unabhängig voneinander in Zweiergruppen im Gebiet unterwegs waren.

Am Donnerstag war am Boden und aus der Luft nach den Vermissten gesucht worden. Im Einsatz standen Helikopter, Suchmannschaften mit Hunden, Wärmebildkameras und Geräte zur Ortung von Handystrahlen. Auch am Freitag dürfte wieder eine Hundertschaft an Rettungskräften zum Einsatz kommen.

Bundesrätin Doris Leuthard ist am Donnerstag nach Bondo geflogen, um sich ein Bild von der Zerstörung nach dem Felssturz zu machen:

Das Dorf Bondo war von einem gewaltigen Murgang gestreift und evakuiert worden. Die rund 100 Bewohner konnten vorerst noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Am Freitagvormittag soll die Lage neu beurteilt werden.

Nach ersten Schätzungen waren am Mittwochmorgen am Piz Cengalo zuhinterst im Val Bondasca vier Millionen Kubikmeter Gestein zu Tal gedonnert, wie Martin Keiser vom kantonalen Amt für Wald und Naturgefahren an der Medienkonferenz vom Donnerstag erklärte. Verursacht wurde der Bergsturz laut dem Geologen von einer Kombination aus auftauendem Permafrost und dem Druck von Wasser im Gestein.

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