Pensionskassen

Rentenkompromiss hinter verschlossenen Türen: Das ändert sich für Sie

Sinkt der Umwandlungssatz, sinken die Renten.

Sinkt der Umwandlungssatz, sinken die Renten.

Den Pensionskassen in der Schweiz geht es nicht gut. Die goldenen Zeiten an der Börse sind vorbei, und die Versicherten beziehen im Ruhestand immer länger eine Rente.

Schwierigkeiten bereitet den Kassen insbesondere der Mindestumwandlungssatz von 6,8 Prozent: Wer heute 100000 Franken angespart hat, erhält eine Rente von 6800 Franken pro Jahr – das ist eigentlich viel zu viel bei der heutigen Lebenserwartung und den schlingernden Finanzmärkten.

Das Problem ist: Sinkt der Umwandlungssatz, sinken die Renten. Die Politik sucht deshalb fieberhaft nach Wegen, um diese Rentenverluste auszugleichen. Die Unterschiede zwischen den Sozialpartnern – Arbeitgeberverband und Gewerkschaften – und dem Gewerbeverband sind allerdings markant.

Die Sozialpartner wollen das Altersguthaben aufbessern, indem sie den Koordinationsabzug von 24885 Franken halbieren. Heute wird vom Lohn fix ein Betrag von 24885 Franken abgezogen, um den versicherten Lohn zu berechnen, auf den Pensionskassenbeiträge bezahlt werden.

Ein Zahlenbeispiel: Verdient jemand jährlich 80000 Franken, beträgt der versicherte Lohn nach dem Abzug des Koordinationsabzugs 55115 Franken. Darauf bezahlen dann Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Pensionskassenbeiträge.

Mit dem Vorschlag der Sozialpartner würde künftig mehr Geld in die persönliche Altersvorsorge fliessen. Der versicherte Lohn im Beispiel betrüge künftig 67557 Franken – mit entsprechend höheren Beiträgen an die Pensionskasse.

Übergangsgeneration soll entschädigt werden

Der Gewerbeverband warnt vor einer Senkung des Koordinationsabzugs. Im Niedriglohnbereich seien die Margen klein und die Löhne tief, argumentiert er. Höhere Pensionskassenbeiträge seien deshalb weder für Arbeitgeber noch Arbeitnehmer finanziell zu verkraften. Das Gewerbe will stattdessen einzig an den Pensionskassenbeiträgen schrauben; in der Branche auch «Altersgutschriften» genannt.

Besonders stark von der Senkung des Umwandlungssatzes betroffen sind Personen, die kurz vor ihrer Pensionierung stehen, da sie als Arbeitnehmer kaum mehr zusätzliches Geld auf die Seite legen können. Sie sollen deshalb entschädigt werden. Grosszügig sind dabei die Sozialpartner: Sie wollen vom Lohn weitere 0,5 Prozent abziehen, um diese Übergangsgeneration besserzustellen.

Die ersten fünf Jahrgänge, die in Rente gehen, sollen einen Zuschlag von 200 Franken pro Monat erhalten. Die nächsten fünf Jahrgänge 150 Franken; und weitere fünf Jahrgänge 100 Franken pro Monat. Danach soll der Bundesrat die Höhe der Rentenzuschläge bestimmen. Kostenpunkt: jährlich 1,5 Milliarden Franken.

Dem Gewerbeverband ist das deutlich zu viel. Er sieht während zehn Jahren lediglich 400 Millionen Franken jährlich vor, um die Übergangsgeneration zu entschädigen. Ein Sozialausbau sei völlig fehl am Platz, argumentiert das Gewerbe. Die Sozialpartner wiederum zweifeln daran, dass die jährlich 400 Millionen Franken ausreichen, um Rentenkürzungen zu verhindern.

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