Wolfgang Wagmann

Im Juli wurde die neue Zonen-Regelung in den Gebieten Schöngrün, Schützenmatt und Käppelihof/Hofmatt abgenommen. «Es waren noch einige Sachen nachzubessern», erklärt Walter Lüdi, stv. Kommandant der Stadtpolizei. Reaktionen oder vielmehr Reklamationen seien von Anstössern des Rosenwegs und Ritterquais gekommen.

«Die Anwohner meinten, dass trotz Tempo 30 viel zu schnell durchs Quartier gefahren werde», so Lüdi. Man habe deshalb verschiedene Tempomessungen veranlasst. «Doch können wir aufgrund dieser Kontrollen nicht bestätigen, dass das Tempolimit dort grob missachtet worden ist. Aber vielleicht waren wir auch zur falschen Zeit dort», nimmt Lüdi die Anwohnerreaktionen durchaus ernst.

Am Herrenweg siehts anders aus

Nicht zu den drei Zonen gehört der Herrenweg, dieser wurde schon vorher als flankierende Massnahme zur Eröffnung der Westumfahrung mit Tempo 30 belegt. «Die Frequenzen sind dort natürlich viel höher und auch die Übertretungsquote liegt wesentlich höher als in den anderen Quartieren», weiss Walter Lüdi. Führerausweisentzüge seien ihm nicht bekannt, aber Bussen, die eine Verzeigung nach sich zogen, habe es schon gegeben.

Im übrigen betont Lüdi, dass in allen Zonen Tempokontrollen stattfinden. Schon nur, um der Vorschrift zu genügen, dass binnen Jahresfrist eine Erfolgskontrolle zu allen neuen Zonen erstellt werden muss. Denn sollten die ergriffenen Massnahmen nicht die erwünschte Wirkung erzielt haben, müssten zusätzliche Schritte unternommen werden, um Tempo auch 30 durchzusetzen.

Besorgte Mütter

Heiss umstritten war vor allem die Langendorfstrasse gewesen, insbesondere hatten sich die Nachbargemeinden gegen Tempo 30 auf der Erschliessungsstrasse von der Weststadt nach Langendorf gewehrt. Befürchtet wurde in Langendorf und Bellach insbesondere Fluchtverkehr.

Doch sei es in der Folge ruhig geblieben, «hingegen kam es zu Reaktionen von besorgten Müttern an der Bergstrasse und im Heidenhubelquartier, weil mit der Einführung von Tempo 30 bestehende Fussgängerstreifen aufgehoben werden mussten.» Diese dürften nur in der Nähen von Schulen, Kindergärten und Heimen bestehen blieben, erklärt Walter Lüdi.

Den Sorgen der Eltern versuche man mit einer noch intensiveren Verkehrsinstruktion der Kinder entgegenzuwirken. «Aber bei einer Häufung von weiteren Reklamtaionen müssten wir nach Lösungen suchen, allenfalls mit zusätzlich versetzten Parkplätzen.»

Dass Tempo 30 auch in anderen Stadtquartieren eingeführt wird, steht für Walter Lüdi fest, die Prioritäten lege jedoch die Politik fest. Druck kommen vor allem aus der Weststadt, von der Brunnmattstrasse her aber auch aus der Gegend südlich der Bielstrasse, rund um die Bourbaki-, Surbeck- und Zurmattenstrasse.