Reinacher Brandruine ist ein Schandfleck

Ende Mai 2008 brannte die Reinacher Schreinerei Weber nieder. Die Brandruine mitten in Reinach ist für Gemeindeammann Martin Heiz ein Schandfleck. Bald sollen die Bagger auffahren.

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Diese Brandruine steht seit 587 Tagen

Diese Brandruine steht seit 587 Tagen

Peter Siegrist

Am 31. Mai 2008 legte in Reinach ein Grossbrand die Schreinerei Weber in der Nähe des Bahnhofs in Schutt und Asche. Zurückgeblieben ist ein Trümmerfeld. Trotz minuziösen Abklärungen der Brandermittler, erklärte der Bezirksamtmann Christoph Müller im August 2008, sei die Brandursache «nicht restlos geklärt». Der Besitzer Hansheinrich Weber hat sich in der unbeschädigten Halle im Norden seines Grundstückes wieder einen Arbeitsplatz für seine mobile Sägemaschine eingerichtet. Die Ruine blieb seither stehen.

Ein Schandfleck fürs Dorf

Gemeindeammann Heiz beklagte sich am Neujahrsapéro über den Schandfleck und forderte die Einwohner auf, den Besitzer brieflich aufzufordern, mit dem Aufräumen vorwärts- zumachen. Weber ist seit Juni 2009 im Besitz einer rechtskräftigen Abbruchbewilligung. Er könnte somit die Ruine abreissen und entfernen lassen. Gemeindeammann Heiz sagt, die Behörde habe mehrmals versucht, Weber zum Vorwärtsmachen zu motivieren, verfügen könne die Gemeinde nichts.

Abbruch hat sich verzögert

Gegenüber der AZ betont Hansheinrich Weber, er sei überhaupt nicht glücklich über die verzögerte Situation auf seinem Grund und Boden. Weber wollte bereits abbrechen, als er 2008 nach Abschluss der Untersuchungen durch die Aargauische Gebäudeversicherung die Freigabe erhielt. Zusätzlich hatte er ein Abbruchgesuch einzureichen, welches von der Gemeinde und kantonalen Instanzen zu bewilligen war. Im Juni 2009 erhielt Weber grünes Licht. «Ich habe eine Firma beauftragt», sagt Weber, «der Abbruch sollte noch vor dem Wintereinbruch erfolgen.» Leider habe die Firma den Termin nicht wahrnehmen können. «Jetzt ist mir der Abbruch auf Januar versprochen.»

Briefe sind nicht mehr nötig

Weber hat bereits von Bürgern Briefe erhalten. «Der Aufruf des Gemeindeammanns wäre nicht nötig gewesen», sagt der Schreiner. Er hoffe selber darauf, dass es endlich vorwärtsgehe, denn er wolle südlich seiner bestehenden Halle für sich eine kleine Werkstätte aufstellen. Gegenüber der Gemeinde habe er Goodwill gezeigt, sagt Weber, sei er doch bereit, an der Spitalstrasse das Kellerfundament des abgebrannten Häuschens stehen zu lassen, damit die Gemeinde die Strasse nicht mit einer neuen Mauer abstützen müsse.