Gebäudesanierung
Reinach hilft beim «Geldabholen»

Im Rahmen eines Förderungsprogramms unterstützt der Kanton Energieprojekte im und ums Haus. Die Gemeinde Reinach hilft mit Beratung und macht zwei private Gebäudesanierungen als Musterbeispiele öffentlich.

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Aargauer Zeitung

Peter Siegrist

Hauseigentümer haben vom Kanton erfreuliche Post erhalten, werden sie doch von Baudepartementsvorsteher Peter C. Beyeler persönlich auf das «Förderungsprogramm Energieeffizienz 2009» aufmerksam gemacht. Oder im Klartext: Der Kanton ermuntert Hausbesitzer, bereitgestelltes Geld abzuholen, um den Energieverbrauch ihrer Häuser zu vermindern.

Zwei lassen sich in die Karten blicken

Zwei Eigentümer von Einfamilienhäusern in Reinach (Reto Eichenberger, Bachstrasse 21, und Michael Thaler, Untere Lenzstrasse 7) haben sich bereit erklärt, die Sanierung ihrer Häuser sofort anzugehen und als Pilotprojekt öffentlich zu machen. Künftig wird vor Ort und in der Presse über den Baufortschritt informiert. Familie Reto und Helen Eichenberger-Rolli bewohnt seit 1995 ein Einfamilienhaus aus dem Jahre 1919. Vor ihrem Einzug haben sie eine Innenrenovation durchgeführt, jetzt wollen sie das Eigenheim energietechnisch sanieren. Nach einer Energieanalyse und einer umfassenden Beratung haben Eichenbergers geplant, das Dach, die Fassaden und die Kellerdecke zu isolieren und zusätzlich die Aluminiumfenster zu ersetzen. Eichenbergers arbeiten mit der Bauverwaltung und der Profitherm zusammen und werden rund 30 Prozent ihrer Investitionskosten als Förderbeiträge abholen. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl», sagt Reto Eichenberger. Sie seien kompetent beraten worden, und Armin Kölliker habe als Generalpartner jetzt für ein fixes Honorar die Kostenschätzung erstellt und die Organisation von Terminen und Offerten an die Hand genommen. Mit Eigenleistungen am Bau wollen Eichenbergers zusätzlich 10 000 Franken einsparen. Sie haben vorgesehen, mit dem Bau nach den Sommerferien zu beginnen. (PSI)

Anlaufstelle von A bis Z

Die Unterlagen hätten bei ihm allerdings viele Fragen offen gelassen, im Zusammenhang mit dem Vorgehen und dem Papierkrieg. Was fehle, sei eine kompetente Anlaufstelle für interessierte Reinacher. «Diese neutrale Beratungsstelle schaffen wir jetzt auf unserer Bauverwaltung», erklärte Heiz. Bauverwalter Philipp Rüber wird als Berater und Koordinator tätig. Bauherren dürfen auf kompetente Unterstützung zählen und finden in Rüber auch die richtige Fachperson, sollten für gewisse Arbeiten Baugesuche nötig werden. Im Rahmen eines von Kanton und der Gemeinde Reinach zur Verfügung gestellten Budgets sind Beratungen gratis. Kanton und Gemeinde stellen je 20 000 Franken bereit. Heiz rechnet, dass mindestens 20 Objekte begleitet werden können.

Keine Pinselrennovationen mehr

Die Bauverwaltung arbeitet mit Armin Kölliker von der Profitherm AG aus Reinach zusammen. Kölliker und Rüber betonten, dass eine gute Planung, die mit einer Energieanalyse des Hauses beginne, ganz wichtig sei. «Bevor man die Heizung saniert», erklärte Kölliker, «sollte der Energieverbrauch gesenkt werden.» Das bedeute vielleicht Fassade und Dach isolieren, Fenster verbessern. Auf so genannte Pinselrennovationen sollte verzichtet werden, sagte Kölliker, «die bringen nichts». Die Profitherm als Generalpartner der Gemeinde liefert aufgrund der Analyse eine Kostenschätzung über mögliche Sanierungsmassnahmen. Ist ein Bauherr gewillt, Sanierungen durchzuführen, sind Anträge für Förderbeiträge bei der Stiftung Klimarappen zu stellen. Wichtig ist zu wissen, dass Kanton und Bund nur erneuerbare Energien fördern: Erdsonden mit Wärmepumpen, Sonnenkollektoren, Holzheizungen.

Die Zeit drängt

Damit die Bauherren von den Vorteilen profitieren können, ist es nötig, Sanierungsprojekte noch im laufenden Jahr zu realisieren. Förderbeiträge sind nur ein Teil: Hausbesitzer, die in die Sanierung ihres Hauses investieren, können diesen Betrag vollumfänglich von den Steuern abziehen. «Da fliesst zwar weniger Geld in die Gemeindekasse, dafür profitieren KMU-Betriebe direkt in der Region», erklärte Heiz. Reinach startet mit zwei Referenzobjekten (siehe Artikel links), deren Eigentümer bereit sind, darüber zu berichten.

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