Die Möglichkeit zur Stellungnahme ist zu Ende gegangen. Umstritten in der PAVO ist die Frage der Bewilligungspflicht für Verwandte oder der Familie nahe stehende Personen, wenn diese regelmässige Betreuungsaufgaben übernehmen.

Hütet also eine Tante wiederholt ihre Nichte über das Wochenende, müsste sie dafür eine Bewilligung beantragen. Die bürgerlichen Parteien lehnen diese Regelungen ab: Unter dem Vorwand des "Kindeswohls" und der "Professionalisierung" verfolge die PAVO eine systematische Entmündigung der Eltern, kritisiert etwa die SVP und fordert einen Verzicht auf die Totalrevision der Verordnung.

Auch der CVP und der FDP geht der Entwurf zu weit, wenn beide auch die Revision der Verordnung grundsätzlich begrüssen. Die Bewilligungspflicht für Verwandte und Bekannte greife in das Familienleben ein, ohne einen Mehrwert für die Kinder zu bringen.

Die SP befürchtet, dass die aus ihrer Sicht nötige Revision der Betreuungsverordnung wegen einzelnen Teilen politisch gefährdet ist. In einigen Bereichen "schiessen die Vorschläge deutlich über das Ziel hinaus", schreibt die Partei.

Unnötig regulierende und bevormundende Elemente müssten aus der Verordnung gestrichen werden, fordert die SP. Gerade in Krisensituationen sollte eine spontane Unterstützung durch Nachbarn oder Bezugspersonen wie etwa den Götti nicht bürokratisch erschwert werden.

Die Fachstellen halten sich mit Kritik zurück. Während die Parteien vor allem die Regelungen zur Tagesbetreuung kritisieren, begrüssen die Fachstellen die neuen Vorschriften für die professionell betriebenen Vollzeitangebote.