Welschenrohr
Regieren wie in alten Zeiten?

Welschenrohr ist neu fest in FdP-Hand. Doch deren Präsident Mägli relativiert Bedenken von CVP und SVP: «Wir wollen nicht die Herren spielen.»

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AZ

Fabian Muster

Das hatte niemand erwartet: In Welschenrohr holt sich die FdP im von zwölf auf neun Sitze verkleinerten Gemeinderat mit fünf Sitzen die absolute Mehrheit. Die Freisinnigen ergatterten sich damit gar ein Sitz mehr als im Zwölferrat. Angetreten war man einzig mit allen vier Bisherigen, somit ist eine Nachnomination fällig. Die CVP, bisher mit vier Sitzen vertreten, holt mit zwei Kandidaten nur noch zwei Sitze. Die SVP kann dagegen mit ihrer Fünferliste die bisherigen zwei Sitze halten.

Überrascht über die absolute Mehrheit zeigt sich FdP-Präsident Thomas Mägli: «Damit haben wir nicht gerechnet.» Ein Grund sei sicher gewesen, dass die SP nicht mehr angetreten sei und auch die CVP nur zwei Kandidaten stellte. Einen Namen für die Nachnominierung wollte er allerdings noch nicht nennen. «Ich dachte, dass eher die CVP einen dritten Sitz machen würde.»

Nicht ganz zufrieden zeigt sich tatsächlich CVP-Präsident Beat Allemann: «Wir haben unser Minimalziel erreicht, aber mit etwas Glück hätten wir den dritten Sitz gemacht.» Die SP-Wähler stimmten wohl mehrheitlich für die FdP, so seine erste Interpretation.

Mit den zwei Sitzen zufrieden zeigt sich hingegen SVP-Präsident Jürg Uebelhart, auch wenn er als Bisheriger die Wiederwahl um nur eine Stimme knapp verpasste. «Wir haben mit Anna Béguelin sogar die einzige Frau auf allen Listen in den Rat gebracht.»

«Absolute Verantwortung» für FdP

Kritisch beurteilen die beiden Minderheitsparteien die neue FdP-Übermacht. SVP-Uebelhart: «Das ist ein Rückfall ins Zeitalter der Uhrenindustrie, als die FdP die absolute Mehrheit innehatte.» Für ihn sei dies leicht unbegreiflich, «aber das Volk wollte es so.»

Dass mal ein Freisinniger ausschert, glaube er nicht. «Ich habe auf drei Sitze für alle drei Parteien gehofft.» Dann wäre der Ausgang der Abstimmung wenigstens offen gewesen. Für CVP-Allemann geht die absolute Mehrheit mit einer «absoluten Verantwortung» einher. Und: Ob die CVP weiter den Gemeindevizepräsident stelle, liege nun im Ermessen der FdP.

FdP-Präsident Mägli relativiert jedoch die neue Machtfülle: «Wir wollen nicht die Herren spielen.» Man habe im Dorf dieselben Probleme die gemeinsam angegangen werden müssten. Die Parteien sollten weniger im Vordergrund stehen. Für Mägli ist daher klar, dass man zusätzlich zum Gemeindepräsidium nicht auch noch das Vizeamt anstrebe. «Der bisherige CVP-Statthalter Stefan Allemann soll nur weitermachen.»

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