Die Synode entschied sich am Montag mit 56 gegen 28 Stimmen an einer ausserordentlichen Sitzung in der Churer Comanderkriche für den Ausschluss. Pool ist damit in Graubünden als Pfarrer nicht mehr wählbar. Bereits im Januar letzten Jahres hatte ihm die Versammlung aller Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskriche einen Verweis erteilt.

Vorgeworfen wird dem Pfarrer unethisches Verhalten, unprofessionelle Amtsführung und Unglaubwürdigkeit. Pool hatte zugegeben, von einer betagten Frau 130 000 Franken als Geschenk angenommen zu haben. Weitere Gelder erhielt er aus der Erbschaft der Frau nach deren Tod.

Seitdem wurden weitere Vorwürfe laut. Im Oktober letzten Jahres war Pool vom Kreisgericht Roveredo wegen anonymer Anrufe in böswilliger Absicht rechtskräftig verurteilt worden. Ausserdem war die Abwahl des Pfarrers von 40 Personen in einer Petition gefordert worden.

Mit ihrem Beschluss habe die nicht öffentlich tagende Synode festgestellt, dass die Amtsfähigkeit Pools in Graubünden nicht mehr gegeben sei, erklärte deren Vorsitzender, Dekan Thomas Gottschall, in Chur.

An der Synode hatte Pool zunächst teilgenommen, sie aber verlassen, als die Versammlung es ablehnte, seinen Rechtsanwalt anzuhören. Gerechtfertigt habe sich Pool in keiner Weise, erklärte Gotschall.