Künftige Zusammenbrüche von Banken und anderen Finanzinstituten sollen verhindert und Gefahren für die übrige Wirtschaft rechtzeitig erkannt werden. Auch gegen Steueroasen und exzessive Managergehälter will die Gipfelrunde vorgehen.

Gemäss dem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, wollen die G-20-Staaten zur Stabilisierung des Finanzmarkts eine internationale Aufsichtsbehörde schaffen.

Gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) soll es finanzielle Risiken identifizieren und bei Bedarf Massnahmen vorschlagen. Erstmals sollen Regulierungsvorschriften zudem auf "systemisch wichtige Hedge-Funds" ausgedehnt werden. Und die Zeit des Bankgeheimnisses ist gemäss der Erklärung beendet.

Die EU brachte neben der "Schwarzen Liste" eine "Graue Liste" für Länder ins Spiel, die sich den internationalen Regeln unterstellen, diese aber noch einführen müssen, wie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Auf dieser Liste könnte auch die Schweiz stehen.

Die Verhandlungen der G-20-Unterhändler gestalteten sich laut Angaben von Diplomaten schwierig. Die Staats- und Regierungschefs müssen demnach selbst Kompromisse finden.

Auf dem Gipfel gebe es die "historische Chance", die Basis für eine neue Architektur des Welt-Finanzwesens zu legen, erklärten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor sozialen Unruhen und dem Zusammenbruch ganzer Staaten als Folge der Finanzkrise gewarnt. "Was als Finanzkrise anfing, hat sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise entwickelt", sagte Ban gegenüber der Zeitung "Guardian".

Verhandelt haben in London bereits Russland und die USA: US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew haben dabei neue Verhandlungen über eine atomare Abrüstung vereinbart.