Zeiningen

Referendum gegen Sanierung der Römerstrasse eingereicht

Strassensanierung: Titus Freiermuth auf der Zeininger Römerstrasse, die für 1,9 Millionen Franken auf 6 Meter verbreitert werden soll. Im Hintergrund parkierte Autos. (lbr)

Zeiningen

Strassensanierung: Titus Freiermuth auf der Zeininger Römerstrasse, die für 1,9 Millionen Franken auf 6 Meter verbreitert werden soll. Im Hintergrund parkierte Autos. (lbr)

Die Sanierung der Römerstrasse gab an der Gemeindeversammlung von Zeiningen Diskussionsstoff. Schliesslich wurde sie angenommen. Nun wird die Bevölkerung an der Referendumsabstimmung im November über die Vorlage entscheiden.

Lilly-Anne Brugger

«Ich bin nicht einverstanden, dass die Römerstrasse so stark verbreitert wird», sagt Titus Freiermuth aus Zeiningen. Obwohl er an der Leimgasse wohnt - die Luftdistanz zur Römerstrasse beträgt immerhin rund einen Kilometer - reichte er das Referendum gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung zur Sanierung und Aufwertung der Römerstrasse ein. «Ich bin an der Römerstrasse aufgewachsen, meine Eltern wohnen immer noch dort - so beschäftigt es mich eben schon, was mit dieser Strasse geschieht», sagt er.

An der Römerstrasse liegt das Zeininger Industriequartier. Mit einer Breite von 4 bis 4,7 Meter ist die Römerstrasse aber für Lastwagenverkehr nur bedingt geeignet. Deshalb schlug der Gemeinderat an der letzten Gemeindeversammlung einen Strassenausbau auf 6 Meter Breite vor. Zusätzlich soll ein 1,5 Meter breites Trottoir gebaut werden. Das gesamte Sanierungspaket kostet 1,9 Mio. Franken. Nach längeren Diskussionen genehmigte die Versammlung vor zwei Monaten die Vorlage.

Doch damit ist Titus Freiermuth nicht einverstanden. «Mit dem Geld, das für die Sanierung aufgewendet wird, könnte man sinnvollere Dinge machen», ist er überzeugt. Er sei jedoch nicht grundsätzlich gegen die Sanierung der Römertrasse, denn diese sei vor längerer Zeit das letzte Mal saniert worden und in der Zwischenzeit total ausgefahren. «Aber die Dimensionen stimmen nicht», meint Freiermuth und ist deshalb der Meinung, dass die Verbreiterung der Römerstrasse auf maximal 5 Meter und ein ungefähr 1 Meter breites Trottoir genügen.

Gisela Taufer, im Gemeinderat zuständig für den Verkehr, hält am Strassenausbau auf 6 Meter fest, denn der Querzubringer solle den gleichen Standard erreichen wie eine Kantonsstrasse: «Wenn die Strasse zu schmal ist, können zwei Lastwagen nicht mehr kreuzen.» Auch das Trottoir müsse 1,5 Meter breit werden, denn sonst sei das Kreuzen mit einem Kinderwagen auf dem Trottoir nicht möglich, so Taufer. Ausserdem würde nur wenig eingespart, wenn die Römerstrasse statt 6 nur 5 Meter breit würde, erklärt Taufer und nennt ein Einsparungspotenzial von rund 150 000 Franken.

Breite Strasse - höheres Tempo

Titus Freiermuth sieht in einer schmaleren Strasse gleichzeitig auch eine Tempo-Beschränkung. «Ist die Strasse breiter, wird automatisch auch schneller gefahren.»

Bis in ein paar Jahren müssten auf der Römerstrasse wieder verkehrsberuhigende Massnahmen getroffen werden, vermutet er deshalb. «Verkehrsberuhigende Massnahmen gibt es auf der Römerstrasse keine», sagt Gisela Taufer hingegen. Dank dem fehlenden Mittelstreifen würden die Verkehrsteilnehmer bereits ihre Geschwindigkeit reduzieren.

Abstimmung im November

Die Unterschriften für das Referendum hat Titus Freiermuth in Eigenregie gesammelt. Hilfe habe er von seiner Schwester erhalten, erzählt er. 156 Unterschriften waren nötig, 214 gültige hat er zusammengebracht. «Ich war erstaunt, wie einfach es war», erinnert sich Freiermuth. Absagen habe er fast keine erhalten. Die Abstimmung über die Sanierung der Römerstrasse wird am 29. November stattfinden.

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