Ein Jahr danach
«Reden allein genügt nicht»: Bundesrätin Sommaruga äussert sich exklusiv zu #MeToo

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Justizministerin Simonetta Sommaruga.

Justizministerin Simonetta Sommaruga.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

«Ich bin froh, dass es die #MeToo-Debatte gibt. Sie hat den Frauen die Möglichkeit gegeben, darüber zu sprechen, was viele in ihrem Alltag erleben: sexuelle Belästigung, Übergriffe, Sexismus. Darüber zu reden, ist das Eine. Reden allein genügt aber nicht, damit sich etwas ändert.

Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft, und dazu sind auch konkrete politische Schritte notwendig. Die Lohngleichheit, zum Beispiel. Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, nur weil sie eine Frau sind, kommt damit doch zum Ausdruck, dass sie weniger wert sind als Männer. Das ist der Nährboden für offene und verdeckte Formen der Diskriminierung. Die Politik hat es in der Hand, dem entgegenzutreten: Indem politische und wirtschaftliche Macht und Verantwortung zwischen Männern und Frauen gerecht verteilt wird.

Ich habe dem Parlament einen Vorschlag unterbreitet, damit Frauen und Männer in den Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen von grossen Unternehmen in Zukunft angemessen vertreten sind. Und das eidgenössische Parlament hat es in der Hand, dafür zu sorgen, dass dies auch im Bundesrat geschieht. Ich freue mich auf die beiden künftigen Kolleginnen!»