Dietikon/St.Gallen
Rechtsextreme aus der Schweiz kämpfen im Ukraine-Krieg

Zwei Männer aus Dietikon und St. Gallen haben sich laut der «SonntagsZeitung» neonazistischen Freiwilligen-Milizen angeschlossen und sind in den Krieg gegen die prorussischen Separatisten gezogen.

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Ein urkrainischer Kämpfer auf dem militärischen Trainingsgelände ausserhalb der Stadt Mariupol im Osten der Ukraine. (22.9.2015)

Ein urkrainischer Kämpfer auf dem militärischen Trainingsgelände ausserhalb der Stadt Mariupol im Osten der Ukraine. (22.9.2015)

Keystone

M., 48, aus Dietikon, ZH, kämpfte Ende 2014 im ostukrainischen Donezk. Er reihte sich als Sniper in das Neonazi-Bataillon Asow ein, dem Menschenrechtler Kriegsverbrechen vorwerfen.

«Irgendwie ging in der Schweiz alles schief», sagt er. «Meine langjährige Freundin hatte mich verlassen und ich schlitterte in die Arbeitslosigkeit.»

Bevor er loszog, führte er ein ganz normales Leben in der Schweiz, engagierte sich bei der freiwilligen Feuerwehr und nahm an den Schweizermeisterschaften im Steinstossen teil.

Auch B., 38, kroatisch-schweizerischer Doppelbürger und glühender Hitler-Fan, reiste in der heissen Phase des Krieges an die Front. Dort soll er zusammen mit weiteren Westlern für das Donbass-Bataillon gekämpft haben.

Der Nachrichtendienst des Bundes beobachtet die Entwicklung mit Sorge. «Uns ist bekannt, dass gewalttätige Schweizer Rechtsextremisten Kontakt zu ukrainischen Neonazis haben», sagt Sprecherin Isabelle Graber gegenüber der «SonntagsZeitung».

Unterdessen sind beide zurück in der Schweiz. «Ich war müde und wurde über längere Zeit nicht bezahlt», so M., der Söldner aus Dietikon.

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