Rechnung der Stadt Zürich im Minus - nach neun Überschussjahren

Grossmünster in Zürich (Archiv)

Grossmünster in Zürich (Archiv)

Die Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr die Folgen der Finanzkrise deutlich gespürt: Von den Banken und anderen Unternehmen flossen 413 Millionen Franken weniger in die Stadtkasse als erwartet.

Immerhin 120 Millionen Franken wurden durch Mehrerträge aus den Steuern natürlicher Personen und aus übrigen Steuern kompensiert. Bei Gesamtaufwendungen von knapp 7,5 Milliarden Franken resultierte in der Laufenden Rechnung ein Minus von 179 Millionen Franken. Budgetiert war ein Überschuss von 59 Millionen.

Damit sackte die Stadt Zürich erstmals nach neun positiven Jahren in die Roten Zahlen ab, wie Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP) am Dienstag vor den Medien ausführte.

Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von 778 Millionen Franken aus, 12 Millionen mehr als Vorjahr. Sie sollen nach Möglichkeit auch nicht zurückgefahren werden. Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 61,8 Prozent - im Vorjahr waren es noch 116,8 Prozent.

Dass in den guten Jahren ein Finanzpolster von fast einer Milliarde Franken angelegt wurde, zahlt sich jetzt aus. So wurde zwar das Eigenkapital angegriffen, betrug aber Ende 2008 noch immer 782 Millionen Franken. Gemäss Budget schmilzt es im laufenden Jahr nochmals auf etwas unter 570 Millionen.

Vor allem das Jahr 2010 dürfte ein schwieriges werden, sagte Vollenwyder. Ziel des Stadtrates ist es, im Budget 2010 das Defizit auf 200 Millionen Franken zu begrenzen. Daran gekoppelt ist unter anderem ein unveränderter Steuerfuss von 119 Prozent. Spätestens 2012 sollte die Stadt wieder eine "Schwarze Null" schreiben, sagte Vollenwyder.

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